US Tour 2011

22. Mai 2011

Jetzt sind es nur noch 2 Tage bis zum Abflug nach San Fran. Alles ist soweit in Sack und Tüten. Es kribbelt schon - freu mich auf gute drei Wochen Amerika!

Die ersten Tage verbringe ich in Saratoga, südlich von San Fran im Silicon-Valley. Dann gehts den HwyNo1 nach Süden mit längeren Stops in L.A. und San Diego. Dann weiter durch den Joshua Tree National Park und die Mojave-Wüste nach Las Vegas. Dort wartet dann u.a. meine 1200 Harley auf mich. Nach einer guten Woche geht es dann zurück nach Saratoga - noch einige Tage ausspannen und dann zurück nach Hause.

 

Hab mir überlegt hier ein kleines Reisetagebuch zu schreiben. Bei Marylin sollte ein Internetzugang kein Problem sein, die Hotels haben auch alle WLAN - ich werd es also mal versuchen...

24. Mai 2011

"Auf geht's!"

Sitze gerade bei Marché im Flughafen Düsseldorf. Der Flug von Leipzig hierher war, bis auf eine 20minütige Startverspätung ganz in Ordnung - nur die CRJ900 ist 'ne ganz schön enge Röhre. Für San Francisco hab ich schon eingecheckt, in einer guten Stunde gehts los. Ach ja, hatte eine Sonderbehandlung von einer netten Bundespolizistin - Sprengstoffkontrolle - seh ich wirklich danach aus. War aber alles sauber.

Jetzt gönn ich mir noch einen Raider und dann geht's ab in die Staaten.

Nach, dank isländischer Vulkanasche um eine Stunde, verlängertem Flug endlich angekommen. Problemlose Einreise – wusste ja schon wo der Hase lang läuft. Im Mietwagencenter hat's ein bisschen geklemmt. Und weil ich sicher ein bisschen Aufheiterung gebrauchen konnte, wurde aus meinem bestellten allerwelts Unteremittelklassewagen, für nur 10$ mehr pro Tag, ein dunkelorangemetallicfarbener Traum mit Stoffkaputze. Ein Mitsubishi Eclipse Spider – Yes ein Cabrio! Jetzt noch 40 Minuten bis Saratoga fahren – geschafft! Nach einem leckeren Dinner (schönes Stück Fleisch vom Grill) geht's dann schon 21 Uhr ins Bett, ich bin einfach breit. Gute Nacht Welt!

25. Mai 2011

Good Morning America!“

Hab fast 12 Stunden geschlafen. Nach dem Frühstück geht es mit Marylin und Gerald in den „Big Basin Redwoods State Park“. Schön, ich muss nicht selbst fahren und kann auf dem Beifahrersitz des guten alten Chevy Tahoe die Landschaft genießen. Diese Baumriesen sind total beeindruckend, über 100 Meter hoch, am Fuß einen Umfang von mehr als 20 Metern und einige über 2000 Jahre alt. Aber warum muss es gerade jetzt anfangen zu regnen – im Sunshinestate – unglaublich! Egal ist ja nur Wasser. Weiter geht es die Küste rauf, See-Elefanten gucken. Aber nicht im Zoo, sondern Echte in freier Wildbahn. Diese beeindruckenden und bis zu 3 Tonnen schweren Tiere machen auf ihrem Weg in Richtung Mexico südlich der Halfmoonbay einen längeren Zwischenstop. Sehenswert! Aber man muss gut zu Fuß sein, die Dünen rauf, die Dünen runter! Aber nicht zu nah ran an die Tiere: „That's wildlife animals, they can kill you!“ Das waren doch die Worte von Lizz aus der Touristeninfo – also Abstand halten und die 300er Optik an die Nikon geklickt. Das Wetter wird besser, die Wolken verschwinden und es wird angenehm warm – so soll Kalifornien sein. Dann weiter in die Halfmoonbay, direkt zum Hafen. In „Barbara's Fishtrap“, einem kleinen, einfachen Fischrestaurant, gibt es jetzt leckeren Fisch – frischer geht es wirklich nicht. Wenn ich einen Reiseführer schreiben würde, wäre das der Geheimtipp für die Gegend. Gesättigt geht es wieder zurück, über die Berge, ins Silicon-Valley. Es ist spät geworden. Bei Merylin und Gerald gibt’s jetzt kaltes „Negra Modelo“, ein sehr süffiges mexicanisches Bier und warme Cookies. Der Tag klingt langsam aus. „Good Night America!“

26. Mai 2011

Robotron, Allwissende, ein angebissene Apfel und eine Garage in Palo Alto“

Wieder fast 11 Stunden geschlafen – klasse! Urlaub ist wohl anstrengender als Arbeiten. Und heute ist auch nix mit Ausruhen – heute ist Computergeschichte angesagt. 10 Uhr, nach einem leckeren Frühstück (Speck, Eier, Toast und frische Früchte), mach ich mich alleine und oben ohne auf zum Computermuseum, das ist ganz in der Nähe vom Google-Campus also recht einfach zu finden. Hab übrigens vom TomTom 910 auf mein iPhone als Navi gewechselt. Die Strassen sind hier so schlecht, da hat ich beim schweren TomTom doch Angst, es fällt jeden Augenblick von der Scheibe. Vorm Computermuseum laden sie gerade 'ne Menge Kids aus einem Schulbus aus. Also Gemach und denen einen Vorsprung lassen! Bleibt also noch Zeit mal mit meinen Eltern zu telefonieren – schön! Danach fällt mir ein, dass Mountain View die einzige Stadt ist, mit einem flächendeckenden öffentlichen WLAN-Netz – Google sei dank – und ich könnt mal meine Mails checken. Aber eines Tages wird sich Google rächen, dass ich keinen Account bei denen hab. Heute wird dieser Tag sein! Überall WLAN aber Zugang bekommt man nur mit einem Google-Account – jawoll! Bin also raus! Im Museum gibt's aber auch WLAN und ich geh in deren Lobby online. Dieses Computermuseum kann ich nur empfehlen, vom Abacus bis zum iPhone alles da – teilweise auch Originale. Hab sogar einen Robotron 900 entdecken können. Die DDR war doch Mikroelektronikland! Nach dem Museum geht es weiter zum Google-Campus. Hier kann sich so mancher Arbeitgeber mal anschauen wie man seine Leute bei Laune hält. Riesige Parkanlagen, ein Fußball-, ein Basketball-, und ein Golfplatz, diese lustigen Google-Fahrräder mit eigener Fahrspur auf den Strassen und die allgegenwärtige Google-Polizei, die aufpassen, dass alles sauber bleibt und keinem was böses passiert. Geh ein wenig spazieren und genieße die kalifornische Sonne und die frische Briese vom Pazifik. Aber es wird Zeit für eine andere berühmte Adresse „Cuppertino, 1 Infinite Loop“. Wow hier ist was los! Lauter Vollpfosten die diese Adresse fotografieren – genau wie ich. Auto schnell abgestellt, zwei, drei Fotos gemacht und wieder weg. Ach so „1 Infinite Loop“ ist das Apple Headquater – als Fan muss man hier mal gewesen sein. Jetzt wird es aber richtig geschichtlich – es geht zum Ursprung des Silicon Valley zu einer Hinterhofgarage nach Palo Alto. Ohne Navi hätte ich das nie gefunden! Hier haben 1938 zwei Studienkumpels, ein gewisser Herr Hewlett und ein Herr Packard ihren ersten Audio Oszillator gebastelt – damit fing hier alles an – und aus einem unbedeutenden Kaff südlich von San Francisco wurde der Nabel der Computerwelt. So kann es gehen. Ist übriges ein ganz normales Wohnhaus mit Garage geblieben. Eine kleine Tafel erinnert an „HP“ eine größere daran, dass es kein öffentliches Museum ist und man nicht klingeln soll. Naja, gegen Fotos wird ja keiner was haben. Es wird Zeit für die Rückfahrt. Nach dem Erlebnis Feierabendverkehr im Silicon Valley warten auf mich Sparerips und mexikanischer Bier. Nach zwei von diesen köstlichen Getränken, sitz ich jetzt bei 'ner eiskalten Pepsi und diesem angebissenen Apfel im Kopf...

27. Mai 2011

ROAD CLOSED! Und warum man so viele geschlossene Cabrios sieht“

Das Memorial Day – Wochenende steht bevor. Die Amis haben also auch am Montag, besagtem Memorial Day, frei und machen das was sie am liebsten tun – mit dem Auto irgendwo hin fahren. So auch Marylin, Gerald und Familie. Sie machen sich schon 6 Uhr auf in den Yosemite Nationalpark. Ich hätt da mitfahren können aber es ist nicht meine Richtung – ich will doch in den Süden – den Highway 1 runter. Ja genau, diese legendäre Traumstrasse soll es heute sein. Also gegen 8 Uhr aufstehen, eine halbe Stunde später bin ich startklar. Zuerst nach Santa Cruz. Das kenn ich schon von meiner letzten Reise. Aber mal sehen, ob ich mehr Glück hab, es höhere Wellen gibt und ich die Surfer beobachten kann. Hey einen freier Parkplatz direkt am Surfspot – aber das heißt auch wenig Surfer und sicherlich nur Babywellen. So ist es leider. Wenn ich schon mal hier bin genieß ich die Sonne und die frische Pazifikluft. Nach einer Weile brech ich wieder auf – Richtung Monterey. Hier wird es was zu Essen geben. Erinnere mich, dass es dort einen Carl's Jr. gibt. Hier bestell ich mir den leckeren Western Style Burger bissel Fritten und eine Coke dazu – das muss bis zum Abend reichen. Frisch gestärkt geht’s jetzt nach Carmel. Hier verbring ich einige Zeit an einem tollen Sandstrand – parken kann man hier direkt am Strand in der Ocean Avenue. Wie im Film – weißer Sand und blaues Meer – schön. Doch weiter – jetzt soll der schönste Teil des Tages kommen – der Highway 1. Außerdem bekomm ich die Frage beantwortet, warum so viele Cabrios mit geschlossenem Verdeck rumfahren – das ahnte ich in Carmel aber noch nicht. Leute zu Recht nennt man den Highway 1 eine Traumstrasse. Es gibt ständig atemberaubende Ausblick auf das Meer, die Steilküste und verträumte Buchten. Man könnte ständig anhalten und genießen. Das witzige man trifft an des Ausblicken, die hier übrigens „VISTA POINT“ heißen immer wieder die gleichen Leute. Beim so dahingleiten fallen mir immer wieder Aufsteller auf, die darauf hinweisen, dass die Strasse in so und so viel Meilen geschlossen ist. Ich denk mir egal, die werden schon eine Umleitung ausschildern. Aber was soll ich sagen – ca. 20 Meilen vor meinem Tagesziel stehen plötzlich Verkehrshütchen auf der Strasse und das Schild „ROAD CLOSED“. Na prima jetzt geht’s hier wirklich nicht weiter und wie soll ich zu meinem Hotel kommen – Mist! Glücklicherweise hat mir Gerald seine Autokarten mitgegeben, also verschaff ich mir einen Überblick. Und tatsächlich, es gibt nicht weit von hier eine Verbindung von der Küste zum Highway 101 der bringt mich auch zu meinem Hotel. Davon, dass die Verbindung laut Karte ziemlich Kurvenreich ist und durch ein militärisches Gebiet führt lass ich mich nicht zurückschrecken. Es stellt sich schnell raus, dass es sich um einen beeindruckend schönen Bergpass handelt – den nehme ich doch gern mit. Nach ca. einer Stunde Geschlängel wird es ebener, die ersten Militärfahrzeuge kommen mir entgegen und man kann typische Kasernenbauten sehen. Jetzt eine Einfahrt zum „Fort Hunter Liggett“ einem US Army Komplex. Aber es hindert mich niemand an der Durchfahrt – also tu ich es – das Navi sagt ja auch das ich hier lang soll – wird schon passen. Es stellt sich schnell heraus, dass es sich um einen Schießplatz der US Army handelt und wenn hier nicht geschossen wird, kann man hier wohl durchfahren. Ich erreiche den Highway 101 und gegen 18 Uhr auch mein Tagesziel ein schönes Hotel direkt am Meer. Jetzt bekomm ich auch die Antwort auf die Frage, warum so viele Cabrios geschlossen fahren. Leute ich hatte an alles gedacht – Jacke weil es ja, trotz Sonne, doch zieht im offenen Auto, Mütze gegen den Sonnenstich aber ich hatte meine Ohren vergessen. Die wurden vom Fahrtwind gekühlt und gleichzeitig von der Sonne gebraten, toll. Da gibt es morgen wohl auch für mich einen Tag im geschlossenen Cabrio...

28. Mai 2011

Alte Maschinen und die Erkenntnis das man einen Burger auch mit Messer und Gabel essen kann!“

Ich werde gegen halb 8 vom Meeresrauschen geweckt – nein nicht wirklich – es sind andere Hotelgäste die ihre Koffer polternd über die Stahltreppe nach unten wuchten. Okay, die Nacht ist zu Ende. Also hol ich den Laptop raus und schreibe meine Erlebnisse vom vergangenen Tag auf. War gestern zu platt und hatte mich lieber um eine Tüte Tortilla Chips mit Jalapeno-Cheddar Dipp gekümmert. Nach einer Stunde bin ich fertig, die Fotos sind auch archiviert, also fertig machen und mal raus – die Hotelumgebung erkunden. Also dieses Best Western in San Simeon – sehr empfehlenswert. Direkt am Strand. Also ich trete aus meiner Zimmertür auf den Parkplatz (klingt komisch, ist bei den meisten Ami-Hotels aber so), gehe 5 Meter nach rechts und steh auf'm Strand. Klasse! Ist halt bloß schade, dass man nich in den Pazifik kann, das Wasser hat nicht mal 10 Grad. Also Kram zusammen und ins Auto packen und zu nächsten Drogerie, brauch unbedingt Sonnencreme. Dank der amerikanischen Werbeindustrie weiß ich auch schon welche. Muss nicht lange suchen, in diesem „Drugs and Gifts“-Geschäft gibt’s nur die eine Sorte, für happige 10$ aber das sind mir meine Ohren wert. Das Gesicht wird gleich gut eingeschmiert und ab geht’s on the Road auf dem Highway 1 weiter nach Süden – heute oben mit Kapuze – ich genieße trotzdem diesen Vormittag. Nach einer ganzen Weile zieht es mich wie automatisch vom Highway runter in dieses Örtchen Cayucos – will mir mal ein wenig die Beine vertreten. Nach dem ich das Auto abgestellt hab – im übrigen muss man da auf verschieden bunt gemalte Bordsteine und handtellergroße Schilder mit der Maximalparkdauer achten – schlendre ich so los und entdecke ein Treffen von Männern mit alten Dampfmaschine, Arbeitsmotoren und Traktoren. Das wird natürlich gleich von mir begutachtet und es riecht hier so gut nach Dampf, Schmieröl und verbranntem Benzin. Schon beeindruckend, mit welch einfacher Technik man vor 70-80 Jahren Maschinen angetrieben hat. Prunkstück des Treffen ist eine alte Einzylinder-Dampfmaschine von O&K, die Firma gibt’s heut immer noch. Genug! Schlendre weiter die Main-Street rauf und entdecke ein kleines familiär geführtes Restaurant – da schau ich doch mal rein. Ich bestell eine Double-Bacon-Cheeseburger-Combo. Und dann kommt dieses Teil – Hammer – wie soll ich das am Stück halten und dann noch davon abbeißen? Meine Blicke kreisen durch den übersichtlichen Gastraum – ah man kann das mit Messer und Gabel essen! Also los! Frisch gestärkt geht es weiter Richtung Süden. Nach einem Zwischenstop in San Luis Obispo erreiche ich nach einer Weile Pismo-Beach und gleich beginnt es in meinem Kopf zu rattern. Pismo-Beach, da war doch was – genau diese verrückten Jungs mit ihren aufgemotzten Offroadern heizen hier doch ganz legal durch die Dünen. Ich halte also auf dem Parkplatz am Beginn der Route an. Hier wird an den 4x4-Monstern geschraubt und gefachsimpelt. Der Strand ist voller Autos – irgendwie unwirklich. Und der Wind peitscht diesen feinen Sand erbarmungslos durch die Gegend, wie kann man es hier toll finden. Ich schnappe mir meine Kompaktkamera – die Spiegelreflex soll diesen Sand nicht zu spüren bekommen – mach mich auf zum Strand und „knipse“ einige Bilder. Er ist hier zu ungemütlich, selbst durch meine Fleecejacke peitscht der Wind – bloß weg hier! Am Nachmittag komme ich in Santa Barbara an, da wo die Reichen und Schöne gern ihr Wochenende verbringen. Ich lauf ein wenig die Promenade rauf und runter und mache einige Fotos – hier ist es auch so ekelig windig. Vor der Küste kann man die ersten Bohrinseln sehen. Sofort hab ich die Bilder von der Deep-Water-Katastrophe im Kopf. Tja aber so ist unsere Gesellschaft, wer das süße Leben will, muss auch mit den weniger schönen Dingen leben. Am Abend komm ich dann in Ventura an. Mein Hotelzimmer entpuppt sich als sehr sauber und angenehm. Im Internet gibt es sehr unterschiedliche Meinungen über das La Quinta Inn aber ich bin ganz überrascht und zufrieden. Also noch schnell in den 7eleven und was zu futtern und zu trinken besorgt und ich dann mach mir einen gemütlichen Fernsehabend.

29. Mai 2011

"Junges Gemüse, Sand und zu viele Autos in Hollywood"

Heute also Teil drei auf dem Hwy 1 – von Ventura nach Los Angeles. Es ist achtuhrdreißig und ich packe meinen Kram mal wieder zusammen. Zum Auto ist es ja nicht so weit, steht immer genau vor der Zimmertür. Das ist das Gute an den Amihotels. Klar ich könnt meinen Krempel auch über Nacht im Auto lassen, dass ist mir dann aber doch zu risikoreich – nicht das meinem Zeug noch Beine wachsen. Also heißt es jedes mal ein- und wieder auspacken und immer höllisch aufpassen, dass man nix im Zimmer vergisst. Die Karre ist also gepackt, Gesicht und Ohren gut eingecremt, noch schnell auschecken und dann los. Das Frühstück, was eigentlich im Zimmerpreis dabei ist, spar ich mir lieber – 15 Sitzplätze – 40 bis 50 Gäste die was essen wollen, naja und das Angebot – Pfannkuchen, Donuts usw. nee das geht einfach nicht. Heute ist es wieder sehr windig aber wolkenlos. Ich fahre also gleich oben ohne los. Mein Navi will mich immer über die 101 nach LA schicken. Ich will aber an der Küste lang, also halte ich mich an die Schilder „Hwy1-South“. Die Gegend ist sehr von Landwirtschaft geprägt und die Arbeit machen meist mexikanische Einwanderer. Hin und wieder gibt es Verkaufsstände wo man das frisch Geerntete, meist Erdbeeren, Kirschen, Brokkoli und Artischocken, kaufen kann. Nach einigen Meilen tauchen die ersten Häuser am Ufer der Steilküste auf – Malibu ist erreicht. Ich such mir einen netten Strandabschnitt, stell das Auto ab und mach mal Pause. Wenn dieser sch... Wind nicht wär, wär's hier richtig gemütlich. Ich genieße trotzdem die Sonne. Fünf Teeniegirls kommen auch an den Strand, die wollen offensichtlich baden – das will ich sehen – niemals gehen die ins Wasser. Der Pazifik hat keine 10 Grad und mehr als knöcheltief schaffen sie's nicht. War ja klar! Ich mach mich wieder los – nächster Halt Santa Monica Beach. Also das ist wirklich ein Autoland – Es ist Sonntag Mittag, die Sonne brennt und es ist kein Problem am Santa Monica Beach einen Parkplatz zu bekommen. Klar woll'n die dafür Kohle haben aber 7 Dollar sind okay. Ich schnapp mir meine Kamera, eine Flasche Wasser und mach mich auf den Weg zum Pier – sind ca. 1 ½ Meilen. Der Santa Monica Pier ist ein anderes Kaliber als z.B. die Seebrücke in Kühlungsborn – hier gibt es ein Riesenrad, eine Achterbahn und noch einige andere Fahrgeschäft – das ist Amerika. Ich schau mir dieses bunte Gewusel aus Gästen wie mir, Anglern, Lebenskünstlern, Kraftsportlern und anderen Verrückten gern an. An einem Strandabschnitt wird man ziemlich unvorbereitet in die Realität zurück geholt. Ich entdecke Särge abgedeckt mit US Flaggen, die Helme drauf drapiert – im Sand stecken hunderte Kreuze. Ach ja, da war ja was – es ist Memorials Day Weekend. Die Installation zeigt Wirkung, ich halte minutenlang inne. Mache mich jetzt auf den Rückweg zum Auto. Bevor ich zum Hotel fahre, will ich nochmal zum Walk of Fame einfach mal so. Die Idee hatten offensichtlich viel. Schon eine Meile vorm Kodak-Theater geht nichts mehr. Ich brauche fast 45 Minuten bis dorthin – das nervt. Abbruch! Über Beverly Hills geht’s zum Hotel. Und wieder eine Überraschung, alles sehr sauber, angenehm und einen schönen Pool – hier bleibe ich gern drei Tage. Und wie immer Krempel auspacken und nochmal in den 7eleven was zu beißen besorgen. Im TV läuft Nascar, die CocaCola 600. Schön, da weiß ich was ich schauen kann. Ich erfahr auch das der Vettel auch in Monaco gewonnen hat, unglaublich der Kerl. Dann gute Nacht Welt!

30. Mai 2011

blubbernder Asphalt, Dr. House und ein roter Doppeldeckerbus“

Vier Uhr, ein klingeln reißt mich aus dem Tiefschlaf – mein iPhone – aber warum klingelt das?! Mist hab vergessen es auf lautlos zu stellen – eine Kollege ruft an – nee da hab ich jetzt kein Nerv für. Das Ding auf lautlos und wieder in die Falle. So richtig finde ich keine Schlaf, hör auf jedes Geräusch draußen – blöd – irgendwann schlaf ich wieder ein. Gegen halbneun aufstehen und fertig machen. Ich will in einer Stunde am Page Museum sein – damit ich noch einen der knapp bemessenen Parkplätze bekomm. Das Frühstück lass ich aus schon beschriebenen Gründen wieder sein. Kein Verkehr auf den Highways ich bin gegen dreiviertelzehn am Page Museum. Der Parkplatz ist noch total leer. Amis sind also keine Frühaufsteher – mal vormerken. Zuerst zu den Tar Pits. Das sind mit Teer gefüllte Becken im La Brea Park. Der Asphalt stammt aus natürlichen Lagerstätten unter L.A. und drückt hier an die Oberfläche, faszinierend. In diesen Teerbecken sind vor tausenden Jahren viele Tiere verendet. Ihre Überreste kann man im Page Museum besichtigen. Nach der Runde im Museum, schlendre ich noch ein wenig durch den La Brea Park und besichtige das größte mit Teer gefüllte Becken hier im Park. Ein ca. 10x10 Meter großes mit Teer gefülltes, stinkendes Loch. Hier finden immer noch Ausgrabungen statt. Die holen die Knochen direkt aus dem Teer – ekelig aber ein großer prähistorischer Schatz. Wer mal hier ist – ansehen! Mit dem Auto mach ich mich auf zum Hollywood Blv. Heute ist kaum Verkehr – kein Vergleich mit gestern. Ich parke für einen 10er direkt am Walk of Fame und schlendere zum Chinese Theatre. Hier stehen lauter Doppelgänger von Filmstars – doch Dr. House ist wirklich beeindruckend – der sieht wirklich so aus, Klasse! Mit einem roten Doppeldeckerbus mach ich mich auf eine 2stündige Stadtrundfahrt. Entspannung! Und ich kann mir schon mal einige Ziele für morgen vormerken. Nach guten 2 Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt. Ich spaziere wieder zum Auto aber nicht ohne mal in einen dieser riesigen Souvenirläden reinzuschauen. Hier gibt’s den ganzen Hollywood-Schrapel zu kaufen – vom T-Shirt bis zum Oscar. Mit dem Auto geht’s nach Beverly Hills. Jede Querstraße zum Sunset ist mit anderen Bäumen bepflanzt – hab ich auf der Bustour gelernt und ist mir so noch gar nicht aufgefallen. Jetzt wo man es weiß sieht's total beeindruckend aus. Kurve noch ein wenig rum und über den Rodeo Drive fahr ich wieder in die Woodland Hills – hier ist mein Hotel. Doch vorher noch was zum Dinner. Hab im Zimmer eine Mikrowelle, also wird’s heut ein Nudelgericht und Dr. Pepper. Im Tv läuft „Two and a half Men“ - mal im Original – auch schön. Gute Nacht Hollywood!

31. Mai 2011

Traumwagen, ein verrückter Öl-Tycoon und The Hollywood-Sign“

Achtuhrdreißig, die Nacht ist zu Ende. Hab diesmal super geschlafen. Schön! Hol mir meinen MacBook ins Bett und googl mal nach meinen heutigen Tageszielen. Zuerst soll es ins Petersen Automobilmuseum gehen. Es soll die bedeutendste Fahrzeugsammlung der USA sein. Na da hängen die Trauben ja hoch! In einem Auto-Motor-Sport Artikel lese ich, dass alle Fahrzeuge aus der Privatsammlung der Eheleute Petersen stammen und sie sich vor einigen Jahren entschieden haben, diese Sammlung der Öffentlichkeit in einem Museum zu zeigen. Ich erfahre aber auch, dass die wahren Schätze in der Tiefgarage „versteckt“ bleiben und nur sehr guten Freunden gezeigt werden. Okay wir werden sehen. Dann steht noch das Getty-Museum auf dem Plan. Jean Paul Getty war ein verrückter Öl-Tycoon, der seine Kohle in Kunstgegenstände aus aller Welt gesteckt hat. In den 90ern hat der Getty-Trust das Getty-Center in den Hügeln von L.A. bauen lassen. Hier kann man nun die Sammlung bewundern. Aber auch das Getty-Center selbst soll eine Augenweide sein. Jean Paul Getty erlangte in den frühen 70ern traurige Berühmtheit. Sein Enkel Jean Paul Getty III wurde in Rom entführt und Getty weigerte sich das Lösegeld zu stellen. Er vermutete, dass sein Enkel die Entführung inszeniert hatte um an Geld für sein ausschweifenden Lebensstiel zu kommen. Nach fünf Monaten schickten die Entführer ein Ohr der Opfers an eine Zeitung. Jean Paul Getty lieh seinem Sohn Getty II das Lösegeld zu 4% Zinsen und Getty III kam frei – erholte sich aber nie von der Entführung. Verrückte Geschichte. Ich packe meine Fotokram und mach mich auf in Richtung L.A. Downtown. Natürlich nicht ohne vorher mein Gesicht und die Ohren schön mit Sonnenschutz einzucremen. Es klemmt wieder mal auf dem Highway – aber das ist ja normal hier – nach fast 40 Minuten komme ich am Petersen Museum an. Das Parkhaus ist fast leer – wird’s drin also auch nicht so voll sein. Noch bezahlen und es kann losgehen. Ich hab diese typische Autoausstellung erwartet – Auto neben Auto – Schildchen davor und fertig. Hier ist es aber völlig anders. Das Erdgeschoß beschäftigt sich mit der Geschichte des Automobils und die Fahrzeuge sind in eine entsprechende Szenerie gesetzt. Man betritt z.B. eine Autowerkstatt aus den 50ern und sieht dort die entsprechenden Autos. Genau wie in einem Autohaus aus den 30er Jahren. Alles sehr schön gemacht und bis ins Detail nachgebildet. Gefällt mir gut! Im Obergeschoß sieht man dann einige Schätze der Petersens. Elektro- und Hybrid-Prototypen, Autos mit alternativen Antriebskonzepten aus den 60ern und 70ern. Ich entdecke auch einen EV1 von GM, das erste Elektroauto das 96-99 in Serie produziert und auch per Leasingvertrag vertrieben wurde. Nach nur drei Jahren wurden die Autos von GM wieder eingesammelt und alle verschrottet. Die Produktion sei unrentabel, hieß es. Na ja, ich denk mal, die Ölkonzerne fanden den Erfolg nicht besonders witzig. Offiziell soll GM noch drei EV1 besitzen und einer soll in Deutschland in einem Museum stehen und, wie ich nun weiß, der Herr Petersen hat seinen wohl auch nicht rausgerückt. Als nächstes kann man Supercars wie den Bugatti Veyron, Lamborghini Muira. Ferrari F50, Mercedes SLR, De Tomaso Pantera, Vector M12 bewundern. Ich kann hier nicht alle nennen und wenn man bedenkt, dass die Schätze noch in der Tiefgarage schlummern – Wahnsinn – und alles aus Privatbesitz der Eheleute Petersen. Zum Schluss gibt es noch Autos von Film- und Rockstars zu sehen, sowie berühmte Filmautos, wie das Badmobil. Der Besuch hat sich gelohnt – wer mal in L.A. ist, muss sich das ansehen. Ich schlüpfe wieder in meinen Traumwagen – Verdeck runter – und es geht ins Getty-Center. Am Fuße des Hügels gibt es ein sieben Etagen tiefes Parkhaus. Hier kann man sich für 15$ „einmieten“. Rauf zum Getty-Center bringt einen eine automatische Standseilbahn, der Besuch des Getty-Center selbst kostet nix. Ich bin von der Architektur total begeistert. Was für ein monumentaler und doch verspielter Baustiel – Glas, Stein, Stahl – alles wunderbar kombiniert. Klasse zum fotografieren. Ich bin hier wohl der einzige der Treppen, Glasfronten und Steinwände fotografiert und sich nicht in erster Linie für die, zugegeben atemberaubende, Aussicht auf L.A. Interessiert. Mir ist das egal – ich find's klasse hier. Für den ganzen hier ausgestellten Kram interessiere ich mich nicht wirklich aber die Fotoausstellung „Cuba“ schau ich mir an. Highlight ist ein – nein – ist das Foto von Che Guevara, was wir alle von diversen T-Shirts usw. kennen. Eigentlich ist es nur ein Probeabzug gewesen und viel interessanter ist auch die hier zu sehende Rückseite. Erstaunlich durch wie viele Hände das Foto gegangen ist und wie viele Stempel und Vermerke drauf sind. Bis dann irgendwann mal einer gemerkt hat, was er da in den Händen hält und es hat Rahmen lassen. Und ich hab's gesehen – geil. Leider darf man hier nicht fotografieren und die passen auf wie die Schießhunde. Egal. Ich genieß nun doch noch den tollen Ausblick auf L.A. und lass die Seele mal einige Augenblicke baumeln. Nun ist es auch Zeit für den Rückweg. Doch da war noch was. Man kann doch nicht in Hollywood gewesen sein, ohne einmal das „Hollywood-Zeichen" fotografiert zu haben. Ich erinnere mich von einer Ranch in den Hollywood Hills gelesen zu haben, dort soll man dem Schriftzug am nächsten kommen. Ich such also im Navi danach – kein Problem – findet man unter Touristenattraktionen. Also auswählen und los geht’s. Ach nee der will mich über die Highways schicken – es ist später Nachmittag – das wird doch nix. Also Alternativroute über den Sunset Blv. Hab ich auch noch ein bissel was zu gucken. Die Route endet an einem winzigen Parkplatz – na eher an einer dazu gewordenen Grünfläche. Ich bekomm noch eine Lücke – die letzten Meter geht es zu Fuß weiter – und da sind sie, die wohl berühmtesten 9 Buchstaben der Welt. Das es eigentlich mal 13 waren und es sich ursprünglich um Werbung für ein neues Wohngebiet „Hollywoodland“ handelt, wissen sicher die wenigsten. Zwei Fotos geschossen – darum bin ich ja hier raufgekraxelt – und wieder zum Auto. Auf geht’s durch den obligatorischen Megastau in die Woodland's zum Hotel. Vorher nochmal in den 7eleven, Nahrung kaufen. Der Abend klingt heute mit X-Men aus. Meine letzte Nacht in L.A. - morgen geht’s nach San Diego. Gute Nacht Los Angeles!

01. Juni 2011

Was'n für 'ne Postleitzahl, neugierige Squerills und die Wiege von Californien“

Heute ist wieder ein Reisetag – von L.A. geht’s nach San Diego. Ich werde schon gegen siebenuhrdreißig wach – egal – fang ich eben an mich herzurichten und langsam meinen Kram zusammen zu packen. Im iPad schau ich nochmal nach der heutigen Reiseroute. Durch die Berge zuerst nach Santa Monica, dann den Küsten-Highway nach Süden. So soll es sein! Nach dem Auschecken geht’s gegen neunuhrdreißig los – mein Navi will natürlich wieder wo anders lang. In Santa Monica angekommen, mach ich am Strand erstmal Frühstückspause. Hab noch einige „Essensreste“ die müssen jetzt dran glauben. Außerdem kann ich meinen Müll aus dem Kofferraum mal entsorgen – da kommt nach einer Woche was zusammen. So alles aufgeräumt, die wichtigsten Reste vertilgt jetzt geht’s weiter Richtung Süden. Ich fahre immer die Küstenstraße, obwohl mein Navi anderer Meinung ist aber das kennen wir ja! Oh noch tanken, also rechts ran. VISA in die Säule und dann beginnt das Desaster. Ich soll einen 5ställigen ZIP-Code eingeben. Was!? Wieso eine Postleitzahl und verdammt nochmal welche. Ich probiere eine amerikanische von Saratoga – nix – zur Sicherheit noch meine von zu Hause – nix! Ich erinnere mich, dass bei der letzten Amireise schon mal gehabt zu haben. Das mit der Postleitzahl bleibt mir ein Rätsel. Bleibt also nur Barzahlung. Ich drück der Tante in der Glasbox 50$ in die Hand und sage „number seven“. Okay läuft! Und ich hatte gut geschätzt – bei 49,20$ schaltet die Säule ab. Den Rest bis 50$ quetsch ich noch in den Tank. Nun noch schnell Bares am Automaten ziehen – das klappt problemlos und ohne ZIP-Code, sondern wie gehabt mit PIN. Gut jetzt kann's ja weiter gehen nur mit der Küstenstraße wird das irgendwie nix mehr. Im Hafen von L.A. verfahre ich mich derart, dass ich mich aufs Navi verlassen muss. Gut dann also doch über den Highway – von mir aus. Nebenbei: Wir Deutschen sollen also Raser sein! Für 90% der Ami's ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Highway nur eine Zahl. Und wenn du dann mal einen richtigen Adrenalinkick haben willst, einfach bei fünf Spuren ab in die mittlere, Tempomat auf die erlaubten 65 Meilen und kurz warten. Es dauert nicht lange und dann wird rechts und links an einem vorbeigehackt als gäbe es kein Morgen. Rechts überholen ist hier übrigens erlaubt – ich find das nicht gut – man gewöhnt sich aber dran. Nach einer ganzen Weile kommt einer dieser Aussichtspunkte, ich fahr runter, brauch eine Pause. Oh das wird lustig ich seh sie schon: Squerills, total neugierige und wenig scheue amerikanische Eichhörnchen. Hier auf dem Parkplatz sind es ca. 50-70 Tiere, die warten, dass man sie füttert, was ausdrücklich verboten ist. Nebenbei entlädt die US Navi mit vier Blackhawk Hubschraubern eine Schiff vor der Küste, eine AH1-Cobra sichert das ganze aus der Luft ab – spannend! Ich geh zum Kofferraum und hole einen Rest Chips raus. Mein Tütenknistern versetzt gleich 20 Squerills in alarmbereitschaft – ich werde sofort umstellt. Nee Freunde, ihr seit Wildtiere und Chips sind nicht gut für euch. Glücklicherweise haben andere Reisende naturbelassene Erdnüsse und Sonnenblumenkerne dabei, so werde ich die Bande los. Ich schau mir das Treiben noch eine ganze Weile an und mach mich dann wieder los. Bevor es zu Hotel geht, besuche ich noch das Gaslamp-Quarter, den historischen Stadtkern von San Diego. Hier gibt es eine Menge Kneipen und Musikclubs. Aber irgendwie wirkt das alles nicht – ich kann nicht sagen warum aber ich werd nicht warm mit San Diego. Also ab zum Hotel. Es liegt in Old Town San Diego, dem historischen Stadtviertel und der Wiege Californiens. Hier wurden viele Gebäude restauriert und es gibt einen Historic Park. Gugg ich mir morgen Abend mal an. Mein Hotel stammt übrigens noch aus der Zeit als man noch mit Ford T Modellen gereist ist. Die Parkplätze sind so eng bemessen – unglaublich. Und das Haus ist total verwinkelt und wie sagt man so schön – der Lack ist ab! Wenigstens ist es sauber und für zwei Nächte okay – ich freu mich heute irgendwie auf mein Zimmer in Vegas. Ich pack meine Kram aus – mach meinen obligatorischen Besuch im 7eleven. Heute gibt’s im TV Baseball aber da blick ich nicht durch und es ist total langweilig. Also schau ich Navi CIS. Guten Nacht Welt!

2. Juni 2011

Koalas und Pandas, lecker Mittag und ein Flugzeugträger der NAVY“

Habe diese Nacht schlecht geschlafen – keine Ahnung warum – kommt halt mal vor. Siebenuhrdreißig beschließe ich, dass die Nacht zu ende ist. Ich hol mir das iPad ins Bett, um mir bei der Entscheidung zu helfen, was heute gemacht wird – SeaWorld oder San Diego Zoo. Nach einigem hin und her entscheide ich mich für den Zoo, soll ja einer der besten der Welt sein – wir werden sehen. Ich packe meinen Fotorucksack, schnapp mir zwei Flaschen Wasser und etwas nach neun geht es los. Auf der Fahrt zum Zoo fällt mir ein Flugzeugträger im Hafen auf – ach ja die USS Midway liegt ja seit 2003 als Museum hier. Na da weiß ich doch was ich nach dem Zoo mache. Nach 15minütiger Autofahrt bin ich am San Diego Zoo. 40$ Eintritt wollen die haben, dass ist ganz schön happig, naja was solls – für einen der besten Zoos der Welt. Ich schnapp mir noch einen Plan und beginne meinen Rundgang mit dem Vorsatz nicht jede Kreatur sehen zu müssen. Das ist an einem Tag nicht zu schaffen. Das Gelände ist riesig. Es gibt hier im Zoo eine eigene Expressbuslinie die einem schnell zu den Hotspots bringt, sowie eine Seilbahn, die einmal quer über den Zoo schwebt. Ich will aber zu Fuß gehen. Ich starte bei den Koalas, die sind wirklich süß und haben die Ruhe weg. Ein Teddy kommt gerade aus seinem Stall und reibt seinen Körper an jedem Baumstamm. Die Pflegerin erklärt, dass es ein Männchen ist und er die Bäume markiert. Die Mädels sollen wissen - hey da oben ist ein toller Typ, los kommt doch mal rauf. Ich schlendere also weiter durch den Zoo, der wirklich schön ist. Die Tiere sind größtenteils in ihrer Heimat nachempfundenen großzügigen Gehegen untergebracht. Am beeindruckensten find ich das Habitat der Elefanten. Es ist einfach riesig und in der Mitte gibt es ein Gesundheitscenter für Elefanten. Hier kommen sie jeden Tag hin und absolvieren ihr medizinisches Training inkl. Fußpflege. Ich schau noch bei den Affen und Reptilien vorbei, dann bin ich platt – genug gelaufen. Jetzt zum Parkplatz und dann was zu beißen – ich entscheide mich für eine Carl's Jr. - ist sowas wie McDonald's, geht nur bissel in die mexikanische Richtung. Lecker und satt! Auf geht’s zur USS Midway. Einen Parkplatz gibt es direkt am Pier und für 18$ gehe ich an Bord. Ich bekomme noch einen Plan und wenn ich Fragen hab soll ich mich an die Leute mit den gelben Mützen halten. Ja das kenn ich doch. Bei vielen Sehenswürdigkeiten hier in den USA, gibt es rüstige Rentner die als Volontärs tätig sind. Das ist eine gute Erfindung – so stellt man die „Alten“ nicht aufs Abstellgleis und sie haben noch eine Aufgabe die nicht nur geistig fit hält. Ich mach einer Audiotour – per Kopfhörer wird man so automatisch durch das Schiff geführt. Wahnsinn – unzählige Gänge – rechts, links, rauf, runter – hier kann man sich locker verlaufen. Es gibt hier alles, was es auch in einer Kleinstadt gibt. Bäckerei, Post, Krankenhaus, Zahnarzt, einen Knast usw. In das Hangardeck, was unterm Flugdeck liegt, passen 60 Flugzeuge und Hubschrauber. Über zwei riesige Aufzüge geht’s für die Flugzeuge auf das 75 x 303m große Flugdeck. Hier oben stehen Flugzeuge und Helis, die mal auf der Midway stationiert waren. Ihren letzten militärischen Einsatz hatte die USS Midway im zweiten Golfkrieg „Desert Storm“. Wirklich sehr interessant und beeindruckend. Übrigens – hier unten am Hafen finde ich San Diego richtig gut – auf jeden Fall besser als im Gaslamp Quarter. Ich hüpf wieder ins Auto und mach mich auf den Weg ins Hotel – nicht ohne den üblichen Abstecher in den 7eleven – Durst! Morgen ist ein langer Reisetag. Yoshua Tree Nationalpark, Mojave Wüste und Las Vegas. Guten Nacht Old Town!

3. Juni 2011

"Sincity ich komme!"

Sechsuhrdreißig, diesmal reißt mich der Wecker aus dem Schlaf. Also aufstehen und fertig machen – nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Hab heut auch einige Kilometer zu fahren – bei meiner Route durch den Yoshua Tree Nationalpark und die Mojave Wüste sollten so um die 440 Meilen zusammenkommen. Und will ja nicht einfach nur fahren, sondern auch ein bissel guggen. Mein Navi meint wir sind acht Stunden unterwegs – also 10-11 sind realistisch. Viertel nach sieben bin ich auf der Straße und ich bin mutig – oben ohne – ganz schön kühl. Das halte ich keine 15 Meilen durch – rechts ran und das Dach zu und die Heizung an – das ist wirklich zu kalt. Weiter. Die Landschaft wird karg – eine Ranch nach der anderen – sehr sehr wenig Verkehr. Manchmal dauert es fast 15 Minuten bis mir ein Auto entgegenkommt – schön. Jetzt kommt endlich eine Ortschaft – Julian – und hier gibt es eine Tanke. Also ran und das „lustige“ ZIP-Code-Spiel spielen. Das mit der Postleitzahl in Verbindung mit der Kreditkarte machen die hier aus Sicherheitsgründen, gibt wohl zu viel Betrug. Und das funktioniert nur mit amerikanischen Karten – mit meiner deutschen funktioniert das nicht. Hab ich im Internet recherchiert. Bleibt mir nur bar zahlen. Ich probier es hier trotzdem mit meiner VISA-Karte, ist ja eine Dorftanke. Und siehe da, kein ZIP-Code notwendig, also rasch getankt und weiter. Dann Felsen, Steine, Sträucher sonst gibt’s nix weiter, die Anza Borrego Wüste ist erreicht. Jetzt ist es auch warm genug, um die Kapuze zu versenken und eine Flasche Wasser aus dem Kofferraum zu holen. Weiter – erstaunlich hier wohnen wirklich Menschen – aller 1-2 Meilen sieht man eine Ansammlung von Wohnwagen, manchmal sogar Häuser. Ich frag mich, was die hier machen. Ich entdecke einen Funkmast – hey vielleicht gibt es Netz und ich kann mich mal bei meinen Eltern melden. Siehe da – funktioniert tadellos – schön diese moderne Technik, wenn in den USA auch nicht flächendeckend. Weiter Richtung Yoshua Tree Park. Am südlichen Besucher Zentrum mache ich einen Zwischenstop. Muss ja die Durchfahrtsgebühren entrichten – wird teuer, wenn die Ranger dich ohne Ticket erwischen. Außerdem entdecke ich Postkarten, ach ja wollte ich ja noch besorgen. Also hier. Bei den neumodischen Internetgeschichten vergisst man leicht, dass es ja noch Leute gibt, die sich über eine Urlaubskarte freuen würden. Jetzt geht’s also durch den Park mit diesen Joshua Bäumen. Abgesehen von den Bäumen gibt’s auch recht schöne Felsformationen. Nach gut 20 Meilen ist dann auch alles wieder vorbei – „Twenty Nine Palms“, ja die Oase heißt wirklich so, ist erreicht. Vielleicht standen hier mal 29 Palmen als die Leute nach einem Namen für ihre Stadt gesucht haben. Egal! Nach einer Weile geht es recht steil in ein Tal und unten nur noch Sand – die Mojave Wüste – es wird unerträglich warm. Ich halte kurz an. Hole eine neue, mittlerweile warme, Flasche Wasser aus dem Kofferraum, mache das Dach zu und schmeiße die Klimaanlage an. Wie unwirklich! Das meint auch mein iPhone, was ich zum navigieren nutze. Es quittiert den Dienst – ist kochend heiß. Also nochmal kurz anhalten und gegen die TomTom-Kiste tauschen – weiter! Ich erreiche eine Eisenbahnstation, biege rechts ab und entdecke auf der Straße eine Wappen mit der Innschrift „Route 66“. Nein – also geht es nun wirklich ein Stück auf dieser legendären Straße weiter – schön – war gar nicht geplant. Endlich erreiche ich den Hwy95, der mich Richtung Norden nach Las Vegas bringt. Noch ein kleiner Imbissstop im Rasthaus zum goldenen „M“. Und ich erreiche gegen halbsechs das Stratosphere Tower Hotel&Casino. Beim CheckInn geht’s ratzfatz und ich bin endlich auf meinem Zimmer. Bisschen frisch machen und mit dem Auto nochmal den Strip hoch und runter. An einer Billigtanke lass ich nochmal für 40$ Benzin reinlaufen – hier ist alles eindeutig – erst bar bezahlen, dann tanken. Die 40$ reichen um den Tank fast voll zu machen. Hier kostet die Gallone (ca. 3,7 Liter) 3,89$, dass ist übrigens 70 Cent billiger als in Kalifornien. Der Strip ist krache voll – auf der Straße und auch auf den Gehsteigen – es ist Wochenende! Gegen zweiundzwanziguhr bin ich wieder auf'm Zimmer. Gute Nacht Nevada!

4. Juni 2011

Nightster, Nascar und die Hitze“

Heute soll es also soweit sein – mein erstes Mal mit einer Harley Davidson. Ich bin neugierig auf den Mythos, andererseits weiß ich, dass ich kein schnurrendes Kätzchen sondern eher einen rappelnden Bock erwarten darf. Neunuhr geht’s los runter zur Shuttlehaltestelle. Hier kommt neunuhrfünfzehn der Shuttlebus, der mich zum größten Harley-Dealer der Welt bringen soll. Ich bleibe nicht allein – sechs weitere Harley-Freunde, und die sehen wirklich so aus – groß, mächtig, lange Bärte, Leder und eine texanischen Slang, den ich beim besten Willen kaum verstehe - kommen noch dazu. Es geht los, wir klappern noch drei weitere Hotels ab und pünktlich 10uhr sind wir bei Harley-Davidson Las Vegas – ein wirklich riesiger Shop. Die Motorradübergabe ist völlig einfach und schon 10 Minuten später sitz ich auf einer 1200er Nightster, ganz in schwarz. Okay mit schwulen Sturzbügeln und einer Tourenscheibe aber egal. Ich schmeiß den V2 an und er blubbert los – also von Sound her geil. Mein erster Weg führt mich zum McDonalds am LasVegas-Schild. Hier ist es immer schön leer und es gibt Internet – kann ich Mails checken. Erstmal was frühstücken. Es gibt zwei Cheesburger und einen großen Eiskaffee mit Caramelgeschmack – hab ich für mich entdeckt – schmeckt echt lecker. Zurück auf die Straße – bissel rum fahren. Ach ja – ich brauch doch noch Briefmarken – also zur Post. Toll die hat am Wochenende zu. Wird also erst Montag mit Briefmarken. Gut! Ich nehm die 93 Richtung Norden – am Speedway Blvd runter und erstmal ins Shelby Headquater (Firmensitz der Firma Shelby). Hier gibt’s tolle Autos zu guggen – so einem 600PS Shelby GT500 würde ich gern mal die Sporen geben – hey träumen kann man doch mal! Hier kann man von Montag bis Samstag um halbelf an einer Tour durch die Fabrikation teilnehmen – schon mal für nächste Woche vormerken – werd ich wohl mal machen. Ich schwing mich wieder auf meinen Bock, fahr mal rüber zum LasVegas Speedway. Als ich so dran vorbei fahr, höre ich Motoren die nach Nascar klingen. Ich fahre zum Tunnel, der in den Innenraum der Strecke führt – die Ampel drüber ist auf grün – also warum nicht. Und plötzlich bin ich mitten drin im LasVegas Speedway. Und ich hatte mich nicht verhört – ca. 10 Nascar-Renner drehen ihre Testrunden für das in einer Woche hier anstehende Rennen. Ich stelle mein Bike an der Seite ab, vergewissere mich bei einem Sicherheitsmann, das ich hier bleiben kann und schau mir das ganze eine Weile an. Einen ganz schönen Lärm machen die – klingt bestimmt geil wenn es 40 oder mehr sind. Ich mach mich wieder los auf den Rückweg aber nicht ohne einen Zwischenstopp im LasVegas Outlet. Wow das Parkhaus ist gerammelt voll – klar Samstag! Ich stelle meinen Bock neben das Häuschen vom Sicherheitspersonal, da steht schon ein Roller und ein Fahrrad, geht sicher in Ordnung. Ich guck so in die wichtigsten Geschäfte und checke die Lage. Brauch ja noch ein Mitbringsel für die Emma. Bei Converse werd ich wohl Baby-Chucks kaufen – sehen aus wie die Großen – klasse! Und ein echteres USA-Mitbringsel gibt es ja wohl nicht. Mal sehen. Ich schlendere noch eine Weile rum und zieh mir am Automaten eine Coke – mit Kreditkarte, wie geil ist das denn. Und so einfach: Karte durch den Schlitz ziehen, Knopf drücken, Cola kommt. Durst! - das war jetzt nötig und tut echt gut – es ist aber auch eine Hitze heute. Zum Motorradfahren eigentlich nicht geeignet aber was will man machen. Ich fahr zum Hotel, brauch ne Pause im klimatisierten Zimmer. Hier ist es schön kühl – kann ich die Postkarten gleich schreiben. Es ist Abendessenzeit aber ich hab kein Bock auf Fastfood, also ab zum Walmart-Supercenter. Ich erstehe eine Tüte mit Bageln, Frisch- und Scheibenkäse, Putenwurst und Gurkenscheiben, na da lässt sich was draus basteln. Außerdem füll ich mein „Lager“ mit Frischwasser und Dr.Pepper (eine lecker Cola) auf. Zurück zum Hotel und erstmal speisen. Gegen 20uhr steig ich nochmal auf den Bock und dreh eine Runde. Erst tanken, passen ja nur drei Gallonen in den Minitank und bin ja doch schon einiges gefahren. Zurück über den Strip – es ist erstaunlich leer für Samstagabend. Der meinige klingt mit Dr.Pepper langsam aus. Gute Nacht Las Vegas!

5. Juni 2011

"Nightster, Hoover-Damm und die Nevada Southern Railway"

Heute penn ich etwas länger. Hab keine Termine. Draußen an meiner Tür hängt das Schild, damit mich die Reinigungsbrigade auch in Ruhe lässt. Die sind nämlich schon ab 8uhr hier zu gange. Neunuhrdreißig steh ich dann doch auf – geht nicht länger. Schnell in die Waschanlage, dann mach ich mir noch ein Bagel, Zeug dafür hab ich ja noch da. Da geht’s also heute mit Frühstück auf die Straße. Will mal Richtung Boulder City und dann zum Hoover Damm. Sind hin und zurück keine 100 Meilen – ich glaub viel mehr geht mit diesem Minitank auch nicht. Boulder City ist übrigens die einzige Stadt in Nevada, wo Glücksspiel verboten ist. Die Stadt entstand durch den Bau des Hoover Damms, die meisten Arbeiter lebten hier. Und weil sich die Männer auf ihre Arbeit konzentrieren sollten, verbot man das Glücksspiel und das ist es immer noch! Ich mach mich also auf den Weg zum Parkhaus – vor zum Lift und runter in die Casinoebene, einmal quer durch das ganze Casino, zum Hintereingang raus und rein ins Parkhaus, jetzt hoch in die 5., noch 40Meter, ich bin am Bike. Das steht gleich neben meinem Spider, da kann ich Helm und den Kram im Auto lassen – muß halt nur an den Autoschlüssel denken. Ich schmeiß den V2 an, setze Helm und Sonnenbrille auf und ab geht’s. Die Sahara Av. nach Osten – da fällt mir ein, dass Sahara Hotel wurde am 16. Mai aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, wollt ich zuerst absteigen, weil ich es vom letzten Mal kannte, na nur gut – weiter auf dem Boulder Hwy nach Süden. Ich weiß nicht, so eine Harley ist nix für mich. Es schüttelt und rüttelt, man hat den Eindruck der Motor ist ohne Entkopplung an den Rahmen geschraubt. Und wenn ich den Hahn mal aufdrehe, dann rasselts – um Gottes Willen – man könnte glauben, ich sitz auf einem Bike aus den späten 50ern. Die Telegabel und die Hinterradfederung hat den Namen Federung nicht verdient – das Teil ist bretthart – wenn ich mal eine Querrille oder ein Schlagloch erwische, merk ich das bis in die Halswirbel. Aber genau das wird dieser Mythos Harley-Davidson sein und es macht sie wirklich unverwechselbar. Und das unglaublichste ist, dieser Rumpelmotor braucht den teuersten von den drei erhältlichen Spritsorten. Vom Boulder Hwy geht’s auf die 93 und kurz vor Boulder City geht meine Tanklampe an – wieso das denn?! Bin doch erst 30Meilen gefahren – die werden mir doch über Nacht nicht den Sprit geklaut haben. Schweine! - denk ich. Also ran an die erste Tanke und mal einen Blick ins Fass geworfen – nee das ist noch fast voll. Ah da bekommt der Reserveanzeige das Geschüttel vielleicht auch nicht, die bleibt nämlich beim Neustart „des Systems“ aus. Okay also weiter, ich biege von der 93 auf die Zufahrt zum Hoover Damm – eine Sicherheitskontrolle – wow checken die hier wirklich nach Sprengstoffen. Ich werd durchgewunken und ich nehm das Parkhaus, was sie hier an die Felswand genagelt haben. Helm ab und ans Bike gebaumelt, machen hier alle so – gefällt mir – würd ich mir in Deutschland nicht trauen. Erstmal ins Cafe – Hitze = Durst – und das hab ich mittlerweile rausbekommen – Gatorade hilft am besten. Dann geht’s aufn Damm – schon beeindruckend und wenig Wasser drin. Jetzt der Blick entlang der Staumauer runter zum Turbinenhaus – Wahnsinn. Und hier gibt’s keine zusätzlichen Zäune oder Absturzsicherungen – wär bei uns undenkbar. Man soll eben nur nicht auf die ca. 80cm hohe Mauer klettern, weil man sonst runterfallen könnte. Das sagen zumindest die Schilder hier. Durch die Mitte der Staumauer verläuft ganz nebenbei auch die Grenze zwischen Nevada und Arizona. Also mach ich ganz automatisch einen Abstecher nach Arizona und dann wieder zurück zum Bike – sch... ist das eine Hitze. Will mich wieder auf den Heimweg machen. In Boulder City entdecke ich im Augenwinkel ein Schild vom Nevada Eisenbahnmuseum – Halt Stopp zurück – ich wende die Harley und tatsächlich Dampf- und Dieselloks. Das kann ich mir doch anschauen. Ist wie ein kleiner Bahnhof gemacht. Ich schau mich ein wenig um. Am Bahnsteig steht ein Zug der Nevada Southern Railway und vorn dran die typische gelbe Diesellok der Union Pacific. Und man kann Tickets kaufen – für eine 45minütige Fahrt mit diesem Museumszug – in 10Minuten solls los gehen. Okay, ich erwerbe mein Ticket und noch eine Flasche Wasser und steige ein. Dann schaukeln wir los, gemütliche 45Minuten durch die Wüste – entspannend. Ich schwing mich wieder auf mein Bike Richtung Heimat. Noch schnell einen Zwischenstopp beim BurgerKönig – hier gibt’s die Getränke umsonst, wenn man eine Whopper kauft. Toll satt und Durst gestillt für 3,69$ - Getränke kann man sich selbstverständlich nachfüllen so oft man will, klar! Gegen 16uhr bin ich im Hotel und ganz schön fertig – kein Wunder bei der Hitze. Schnell die Fahrzeuge getauscht und nochmal in den 7eleven, dann aufs Zimmer – mein Telefon blinkt – eine Nachricht? Es gelingt mir nicht die mit dem Telefon abzurufen. Also runter zur Reception. Die Nachricht ist vom Housekeeping (der Reinigungsbrigade) – hatte vergessen, dass Schild bitte nicht stören abzuhängen – uups! Jetzt pack ich noch schnell die Getränke in meinen Eiseimer – an der Eismaschine mach ich den voll mit Eiswürfeln und ab aufs Zimmer - Basketball Finals Miami-Dallas guggen. So klingt mein Tag langsam aus. Schlaf schön Las Vegas!

6. Juni 2011

Shopping, Shopping, Shopping“

Achtuhrfünfzig, ich schnappe meinen Kram und mach mich auf den Weg zum Parkhaus. Heut muss ich die Harley zurückbringen – und ganz ehrlich – ich bin nicht so traurig darüber. Aber schön, dass ich diese Motorraderfahrung machen konnte. Eine Harley ist nix für mich, zu hart, zu unbequem, zu – zu Harley eben. Dafür muss man vielleicht wirklich geboren werden oder es mit der Muttermilch eingesogen haben. Und meine Meinung muss die Nightster gefühlt haben – der Bock begrüßt mich nach dem Anlassen mit einem hustenden V2-Triebwerk – heute läuft sie so richtig unrund und gibt ordentliche Fehlzünder von sich. Ich glaub man konnte mich kurz grinsen sehen. „Los du Hure – mach jetzt keine zicken!“, denke ich und mach mich los zur Tanke. Ich mach für sieben Dollar nochmal voll und fahr zum Harley-Dealer. Hier ist wieder was los – Wahnsinn! Die Rückgabe verläuft problemlos – meinen Pfand von 1000$ bekomm ich komplett wieder. Hab noch 30Minuten bis mein Shuttle kommt und schlendere ein wenig durch den riesigen Laden. Ich denk alles was man von Harley bekommen kann, haben die hier – die „Ecke“ wo die ca. 40-50 neuen Bikes stehen sind nur 20% der Ladenfläche – der Rest sind Zubehör und Klamotten. Ah das Shuttle ist da – also zurück zum Hotel. Ich springe gleich ins Auto und fahr beim „M“ was frühstücken. Also diese Pancakes mit Ahornsirup sind wirklich lecker – das Rührei sieht aus als wenn es am Stück aus einer Maschine gekommen ist – wie so eine Art Rühreipresse – egal. Ich check mal meine Mails. Das geht hier völlig problemlos. Anders als im Hotel. Da funktioniert mein Internetprovider nur am Fenster und entweder hab ich tollen Empfang und es ist total langsam oder der Empfang ist kritisch aber die Geschwindigkeit stimmt – dafür kostet es nur 10% von dem was die hier im Hotel haben wollen – kann ich also mit leben. Nach dem Frühstück fahr ich mal ins südliche Outlet-Center, das kenn ich noch nicht. Naja ist nicht so der Kracher, mir gefällt es im „Nördlichen“ besser. Werde trotzdem bei Nike fündig – Schuhe. Ich mach mich mit dem Auto auf den Weg in das andere Outlet. Diesmal ist es nicht so voll wie am Wochenende und vor allem nicht so warm. Hier lass ich es ein wenig mehr krachen – Shirts bei Nike und Shirts und Schuhe bei Converse. Und zum Abschluss gönn ich mir noch eine Automatik-Uhr bei Fossil. Voll bepackt geht’s zum Caesars Palace. Hab mir doch schon vor Monaten eine Ticket für die Celine Dion – Show im Colosseum gekauft und das soll hier an der Abendkasse liegen. Also will ich mal schauen, ob ich die Karte schon bekomme – hab ich am morgigen Showtag eine „Sorge“ weniger. Ich betrete das Casino – wow – die Architektur ist der Hammer. Bin erstmal überwältigt. Dann folge ich den Hinweisschildern „Colosseum“ und sieh da, rechts daneben ist das Ticket-Büro. Kurz gewartet und ich bin dran. Ich erkläre kurz mein Anliegen und zeige meine Rechnung. Die Dame möchte kurz die Kreditkarte und meinen Ausweis sehen – dann halte ich das Ticket in der Hand – also: morgen, 7:30pm, „Celine“. Freu mich schon drauf – ist die beste Show, die man zur Zeit in Vegas sehen kann – denk ich. Naja und wenn ich schon mal am Strip bin, kann ich ja eine Runde drehen. Vorher aber das Ticket ins Auto bringen – nich das ich das noch verliere. Komme gerade pünktlich zum Beginn der Springbrunnen-Show am Bellagio. Ah zuerst auf die US-Hymne – hab ich noch nicht gesehen - und dann „Time to say goodbye!“. Naja soweit ist es ja nun auch noch nicht. Muss mir erstmal eine Flasche Wasser kaufen – gibt’s hier eisgekühlt an jeder Ecke für einen Dollar. Lecker! Nach einer ganzen Weile rumgeschlendere, bin ich dann langsam platt. Also zurück in Cäsars Palast - Hunger – es ist Dinnertime. Es geht zu Carl's Jr. - Burger, Chicken-Taco-Salat und Dr.Pepper. Satt! Jetzt ins Hotel und Einkäufe checken und die Belege für die Jungs vom deutschen Zoll sortieren. Ich glaube aber, ich bleibe unterm Einfuhr-Limit. Das mit dem iPad2 lass ich nämlich – da spart man alles in allem nur 30€. Und es ist ja nicht so, dass ich noch kein iPad hätte. Jetzt wird’s schon langsam dunkel. Ich schnapp mir meinen Eiseimer und besorg mir Eiswürfel zum Getränke kühlen. Bis morgen Celine!

7. Juni 2011

Lake Las Vegas, eine wundervolle Celine Dion und war Stevie Wonder wirklich real?“

Heute hetzt mich keiner - hab den Tag über kein bestimmtes Ziel. Also lass ich mir beim wachwerden und aufstehen Zeit. Gegen halbelf mach ich mich dann los zum Auto und fahre zum US Post Office – Briefmarken kaufen. Alter, hier haben die die Arschruhe weg - Beamte – aber was will man machen. Ich beklebe gleich meine Karten und schmeiße sie ein – ich bin aber bestimmt eher Daheim, als die Postkarten bei den Empfängern. Mal sehen. Weiter geht’s Richtung Südosten. Etwas außerhalb von Las Vegas wohnen die Stars der Shows, die Reichen und Schönen – am Lake Las Vegas. Mitten im Nichts hat man eine wundervolle Oase geschaffen, Wasserfälle Seen und tolle Grünflächen – erinnert mich ein wenig an Italien. Wunderbare Villen gibt es hier zu sehen, die sind aber allesamt gut abgesichert – an einigen gibt es extra Wachleute. Da wohnen bestimmt die Wichtigen oder die sich dafür halten. Ja – Celine wohnt auch samt Family hier. Schöne Ecke auf jeden Fall! Mittlerweile ist es mittag – hunger! Burger King! Ihr erinnert euch 3,69$ für eine Whopper und Softdrink bis man nicht mehr kann. Ich füll jetzt auch immer schamlos nach – und nehm's mit ins Auto – brauch ich nicht an meine Vorräte. Und jetzt relaxen – zurück zum Hotel und den Pool auschecken. Ich schmeiß mich in meine Badeshorts und geh zum Pool, der ist wie mein Zimmer auch auf der 8. Etage, quasi überm Casino. Ich bleibe fast drei Stunden – geile Musik – einen Sonnenschirm konnt' ich auch ergattern – so lässt sich's aushalten. Hier gibt’s übrigens die hübschesten Kellnerinnen im ganzen Hotel und eine durchaus sehr gut sortierte Bar. Gegen sechzehndreißig geh ich wieder auf's Zimmer – noch ein Stündchen ruhen. Dann mach ich mich fertig für Celine – raus aus den Short's – lange Hosen ordentliche Schuhe. Ich hab mir überlegt, mich heut mal fahren zu lassen – nehm also ein Checker Taxi zum Caesars Palace. Keine 8Minuten später bin ich da – für 15$ inkl. TIP (Trinkgeld) – das ist okay. Und die Taxiidee sollte sich am Abend noch auszahlen. Im Palace gugg ich erstmal zum Colosseum – noch alles ruhig. Also geh ich in die Ecke wo man Sportwetten abschließen kann. Heute sind doch wieder Basketball-Finals – das 4. Spiel – Dallas vs. Miami. Und ich bin erstaunt – PublicViewing im Casino – wie geil ist das denn. Das Basketballspiel läuft auf den vier (!!!) Großbildwänden und es sind eindeutig mehr Dallas-Fans da. Zusammen sind es bestimmt 200 Leute die lautstark das Spiel schauen – ich bleibe auch – ist ja noch eine gute halbe Stunde bis die Tore zum Colosseum geöffnet werden. Sieht bisher besser aus für Dallas. Jetzt mach ich mich doch auf zum Colosseum – hier haben sich schon lange Schlangen quer durchs Casino gebildet – ich reihe mich ein. Jetzt geht’s los – Sicherheitskontrolle wie auf dem Flughafen – geht aber schnell – Routine. Nach einer weile bin ich an meinem Platz – im zweiten Oberrang, ziemlich mittig – man sieht wunderbar auf die Bühne. Gegen 20Uhr geht’s los – was für eine Show – Wahnsinn! Das ist der Vorteil von einem täglich gleichen, dermaßen überdimensionalen und akustisch perfekt abgestimmten Auftrittsort. Es passt einfach! Hier wird alles an Technik aufgefahren, was das 21. Jahrhundert hergibt. Unter der Decke hängen gewaltige Lautsprecherbatterien, die einen wahnsinnigen Sound zaubern – selbst bei den sehr hohen Oktaven – und Celine kommt sehr hoch – keine Vibrationen, kein scheppern. Licht- und Videotechnik vom Feinsten. Und, ich hab so was noch nie live gesehen, eine 3D Holo-Projektion mitten im Raum – bei einem Duett: Celine mit Celine. Die Projektion auf der Bühne und die echte Celine zwischen den Zuschauern. Unfassbar! Aller drei Songs schlüpft Celine in ein anderes Outfit. Und auch diese „Pausen“ werden wunderbar von den über 30 Musikern und -innen überbrückt. Dann erzählt Celine, dass sie ja schon mit vielen verstorbenen Größen wie Frank Sinatra per Videoprojektion im Duett gesungen hat und sie freue sich heute hier live eine lebende Legende zu präsentieren: Mr. Stevie Wonder! Und da sitz er wirklich an seinem schwarzem Flügel und singt mit ihr im Duett. Aber ist er real oder nur eine Projektion – ich weiß es nicht! Eine geile Show – im besten Sinne. Alles dabei, jazzige Sachen, Balladen, klar und auch ein trauriger französische Song – Celine erzählt zur Einleitung, dass es Tage gibt, an dem es ihr nicht leicht fällt das Lied zu singen. Heute scheint einer dieser Tage zu sein – beim 3. Refrain bricht Celine in Tränen aus und kommt kaum zu einem vernünftigen Schluss – wie emotional. Dann, zum Abschluss stehen alle und flippen zu den rockigen Sachen völlig aus. Und als Zugabe „my heart will go on“ - jetzt kullern wieder die Tränen – diesmal beim Publikum. Leute ich will mich nicht als Celine Dion Fan bezeichnen – bestimmt nicht – bin aber froh, dass mal erlebt zu haben – die 95$ warens dicke wert. Noch voller Eindrücke geht’s raus zum Taxistand – halleluja – hier warten ca. 200 Leute auf eine Taxe. Aber die Jungs hier habens echt drauf – keine 5Minuten und ich sitz in einem Wagen. Der Fahrer erzählt was von vollem Strip und er will einen anderen Weg fahren – was soll ich sagen – 5Minuten später steig ich am Hotel aus. Wow klasse Job – da geb ich gerne Trinkgeld – auch mehr. Mit dem eigenen Auto würde ich sicher noch in der Parkgarage vom Palace feststecken – gute Entscheidung mit dem Taxi. Jetzt noch zum McDonalds - haben wir im Hotel in der 2.Etage, hab ich heut entdeckt – dann mit 10 Nuggets und einem DoubleCheeseburger auf Zimmer. Lecker Meggens im Bett. Gute Nacht Celine.

8. Juni 2011

der „Himmelsfußweg“ und mal kein Fastfood bei den Hualapai-Indianern“

Heute bin ich schon kurz vor acht startklar. Es geht nach Arizona zu den dortigen Ureinwohnern, den Hualapai-Indianern. Es sollen gute 120Meilen sein und davon einiges an Schotterpiste. Also wie immer, der frühe Vogel... Es geht zuerst Richtung Phoenix, wieder über den Hoover Damm, immer südostwärts. Schon vor dem Hoover Damm stehen Hinweistafeln – es wäre sehr viel Verkehr – lächerlich, was hier viel Verkehr ist – man sieht halt immer ein Auto vor oder hinter sich. Dann irgendwann links weg – es ist leicht wellig, immer geradeaus. Super zum dahingleiten mit erlaubten 45Meilen. Plötzlich komm ich aus dem Staunen nicht wieder raus – Yoshua Bäume, Massen, ein Wald. Von wegen die wachsen nur im Yoshua-Nationalpark – Touristennepp, denk ich und genieße den Anblick. Jetzt geht’s dann links weg, eine Privatstraße zum Grand Canyon West. Ich dachte das sollte eine Schotterpiste sein – ist super neuer Asphalt – Klasse! Aber nur 5Meilen, dann Schluss mit Asphalt – 'ne schöne ausgefahrene Schotterpiste – gruselig – mehr wie 25Meilen schnell geht’s nicht – mein schönes Auto – pingping machen die Steine an der Karosse. Wie kann man den Touris so eine „Strasse“ zum Highlight des Grand Canyon anbieten – ach hatte ich schon erwähnt wo's hingeht? Zum Grand Canyon SkyWalk, diesem Glasfussweg über den Grand Canyon. Hab schon im Internet gelesen, dass es recht teuer sein soll, so um die 75$ aber wenn man schon das zweite mal in der Nähe ist, dann wenigsten einmal hin. Also ist dieser SkyWalk heute fällig. Mein Gott diese Schotterpiste macht mich fertig. Nach 9Meilen endlich wieder neue Asphalt. Und warum dann diese Schotterstück dazwischen – ich versteh's nicht. Endlich der Airport Grand Canyon West – gleichzeitig der Eingang zum SkyWalk. Na hier ist ja was los, ständig starten und landen Hubschrauber und Kleinflugzeuge, Hammer. Ich parke mein Auto und gehe zur Info – hier kann man auch Tickets kaufen. Na was soll's, dann eben das Gold-Paket, inkl. Parkeintritt, Busticket, Eintritt zum SkyWalk und ein Essensgutschein. Die nette Dame am Ticketschalter meint noch ich solle am Point 2 oder 3 essen, am besten wäre es aber an Point 2 – okay gespeichert. Raus zur Bushaltestelle – eine Schlange – geht aber recht schnell – rein in den Bus. Der Busfahrer gibt den Entertainer, erzählt das es zuerst zum Point 1, dem SkyWalk geht und wie toll das ist und überhaupt – kenn ich schon die Amis machen aus allem das Tollste und Unglaublichste. Also zuerst SkyWalk und, dass fällt mir jetzt auf, viele Chinesen – ein furchtbar lautes Volk – unangenehm. Also los! Das Ticket wird eingetauscht gegen ein Bändchen am Arm, dann Schließfacher – hier muss man seinen Kram lassen. Kameras, Smartphones usw. dürfen nicht mit auf den SkyWalk. Dann wieder Schlange und warten – dabei fällt mir auf, dass das eigentliche Empfangsgebäude immer noch nicht fertig ist – das ist unglaublich – was machen die mit der Kohle. Egal! Wir werden in Gruppen von ca. 20Mann/Frau eingeteilt und bekommen einen überfreundlichen und übermotivierten jugendlichen Begleiter mit einer Profikamera. Ah jetzt ist mir klar warum wir keine Kameras mitnehmen durften – wir sollen nachher die Fotos kaufen. Na da bin ich ja kein Freund von – zumal das nicht mit 20$ getan sein wird. Komm egal Stefan, Schuhschoner drüber und ab auf den Glasfussweg (die Glasplatten sind übrigens aus Deutschland) und genieß den Ausblick. Ist schon beeindruckend und unangenehm – du stehst auf Glas und unter dir eine ganze Weile nix. Manche schleichen ganz ängstlich am Rand lang. Alles in allem, außergewöhnlich! Ich laufe zur Bushaltestelle, weiter geht’s zu Point 2, einem Felsvorsprung der in den Grand Canyon hereinragt. Man kann bis an die Kante, kein Zaun, nix – das finde ich fast noch besser wie den SkyWalk. Und ganz da unten der Fluss. Ich bemerke ein deutsches Pärchen, die sich gegenseitig vorm Canyon fotografieren. Leute da kann ich doch helfen, denk ich und quatsch die beiden an: „Na wollt ihr nicht beide auf's Foto?“ Die beiden schauen ganz erschrocken, ich wiederhole meine Frage nochmal. Jetzt ist alles klar – ach du bist auch aus Deutschland usw. Ich mache einige Bilder von den Beiden, die sich darüber sichtlich freuten. Da war doch noch was – Essen sollte ich an Point 2 – also rauf zum Kiosk. Hier gibt’s Wahlessen: Beef or Chicken. Ich entscheide mich fürs Hühnchen. Insgesamt gibt es für meinen Bon eine Flasche Wasser, Chili mit Reis, eine gebackene Hühnerbrust, Kartoffelbrei mit brauner Soße, grüne Bohnen, ein Maiskolben und ein Stück Schokokuchen. Alles in allem sehr lecker und mal kein Fastfood. Ich bin satt und mach mich auf zum Bus. Es gäbe noch die Möglichkeit sich einen Ranch anzusehen (Point3) – das schenke ich mir. Bin platt – sch... Hitze – macht einen fertig. Auf der Rückfahrt zum Airport mach ich mir so meine Gedanken. Dieser SkyWalk ist doch angeblich gebaut wurden, um den Hualapai-Indianern Jobs und eine Perspektive zu geben. Also viele Indianer hab ich nun nicht gesehen. Security am Parkplatz, Busfahrer, Heli-Piloten, die Fotografen auf dem SkyWalk alles Weiße – die Indianer waren hier nur gut zum Papier aufsammeln, Essen ausgeben oder als Fotomotiv. Ob das alles so gedacht war, die guten Jobs machen hier nicht die Ureinwohner. Jetzt weiß ich auch wo ein Großteil der Kohle bleibt – nicht bei den Hualapai. Ich schlüpf wieder in mein Auto, das übrigens durch die Schotterpistenfahrt total verdreckt ist. Auf der Rückfahrt schieß ich noch einige Bilder von Motiven, die ich schon auf der Hinfahrt entdeckt hatte. Gegen Abend bin ich dann wieder in Vegas. Essen gibt’s im Hotel – vom „M“ - ich ab heute keine Lust mehr raus zugehen. Gute Nacht Hualapai!

9. Juni 2011

„… wieder diese Shoppingsucht und vorher beschmier ich noch die Werkstatt von diesem Shelby!“

Ich penne bis 8Uhr – war ganz schön anstrengend gestern. Was mach ich heute – mein letzter Tag in Vegas. Da war doch diese Werksbesichtigung bei Shelby – glaub 1030 geht’s da los. Okay dann also erstmal das. Mach mich fertig 945Uhr bin ich am Auto. Es geht raus zum Las Vegas Speedway – Navi brauch ich nicht – nach einer Woche kenn ich mich ganz gut aus. Rauf auf die 93North nach 20Minuten die Ausfahrt zum Speedway runter – noch einmal rechts rum und ich bin auf dem Shelby-Parkplatz. Ups, hier ist es aber voll heute. Viele Mustangs auf'm Parkplatz. Ich mach mich rein – die Frau vom Desk ruft mir gleich zu, wenn ich die Tour mitmachen will, soll ich mich in die Liste eintragen. Okay: Datum, Name, Mailadresse, PLZ und ich mach noch eine 5.Spalte auf: GERMANY!

Bin hier wohl der einzige Ausländer heute – na dann sollen die auch wissen woher – aus dem Land, wo man auch schnelle Sportwagen bauen kann, Freunde! Geht erst in 10Minuten los. Ich schlendere nochmal durchs Museum. Mir fällt auf das die Autos umgestellt wurden und tatsächlich – es gibt was ganz neues zu sehen – den 2012er Shelby Mustang GT350. Wow, weiß mit blauen Streifen, das neue Heck sieht um einiges besser aus, denk ich. Mich zieht es aber wieder zu einem GT500 SuperSnake, der ist doch auch neu – klar ist auch der 2012er. 750PS serienmäßig – für nur rund 35.000,00$ - Schnapper oder? Na ja der normalen Mustang von der Stange kommt noch drauf – entweder vom heimischen Ford-Händler mitbringen – den gibt’s aber auch hier. Jetzt geht’s los. Zuerst die Cobra Produktion – was heißt Produktion – ist eine bessere Karosserie-Werkstatt wo 2, 3 Leute die Cobras zusammennageln – 100% Handarbeit und ohne Motor und Antrieb. Die Cobras gibt’s als „Rolling Chassie“ - Motor und Antrieb sucht sich der Kunde individuell aus. Cobra ist schon was für Puristen. Dann gehst weiter in die Mustang Produktion – na ja Produktion – ist eben eine Autowerkstatt mit 12 Bühnen, glaub ich. Auf jeder Bühne ein Kundenfahrzeug. Fotografieren ist selbstverständlich verboten aber aus anderen und viel verständlicheren Gründen als bei anderen Herstellern. Hier gibt’s ja keine Geheimnisse zu entdecken. Aber die Fahrzeuge werden hier alle nach Kundenwunsch gebaut. Und der Kunde soll auch der erste sein, der das fertige Auto sieht und nicht die ganze Welt auf Youtube – das versteh ich mal. Mir fallen die total beschmierten Werkstattwände auf. Es sieht so aus als ob jeder der jemals hier war, sein Take hinterlassen hat – und so ist es auch. Wir bekommen alle einen Stift und dürfen uns auf der Werkstattwand verewigen. War mal eine Idee vom „Alten Shelby“, der, wie wir erfahren, im Moment auf sein 3. Herztransplantation wartet. Er muss immer und überall Autogramme geben – irgendwann hat er mal beschlossen, dass jetzt mal alle anderen ihm Autogramme geben. Seit dem werden die Werkstattwände beschrieben. Schöne Idee! Zum Schluss geht’s noch durchs Museum. Hier erfahre ich noch interessante Sachen zu einigen ausgestellten Fahrzeugen. Alles in allem eine tolle Idee hier nochmal herzukommen. Mittlerweile ist es Mittag, ich brauch was zu kauen. An der Nellis Air Force Base kehre ich bei McDonald's ein. Hier ist ein ständiges kommen und gehen von Soldaten – haben die keine Kantinen oder schmeckt's da so besch..., dass man als Alternative nur das „M“ hat. Unglaublich! Ich hol mir zwei Käsebrötchen mit Hackfleisch und einen geeisten Milchkaffee mit Caramelgeschmack. Und ich checke wieder Mails. Nach einer halben Stunde mach ich mich los zum Strip – will mal in die FashionShow – eine Mall direkt am Strip. Hier gibt’s alles, von Bloomingdales bis Macy's aber die Preise, Leute, dass ist aber mit Super LasVegasAufschlag. Aber wenn ich schon mal hier bin kauf ich mir ein Ticket für die Monorail, eine Bahn, die vom Sahara bis zum MGM fährt, und klapper noch einige Hotels ab – da gibt’s immer was zu guggen. Das Casino vom NewYork-NewYork – beeindruckend! Mach mich wieder zurück zum Auto – will nochmal ins Outlet. Werde nochmal fündig – bei Adidas Schuhe, bei Nike und Converse nochmal Shirts. Hier ist es aber auch wirklich preiswert. Koffer gehen hier – aus verständlichen Gründen – auch sehr gut. Oh Gott, mal sehen, ob bei mir alles in die Reisetasche geht. Hab bedenken – im Notfall muss was hier bleiben – meine mitgebrachten Schuhe bleiben auf jeden Fall hier – die sind total fertig und die waren so gut wie neu. Bepackt mach ich mich wieder zum Auto. Und da steht sie, diese total verdreckte Kiste – überall dieser Wüstenstaub – die Karre sieht aus. Waschen, der Beschluss steht. Die Sahara Av runter hab ich Selbstwaschboxen gesehen. Also los die Kiste duschen – wenigstens dieser Wüstenstaub muss runter! Die Boxen funktionieren wie bei uns – Münzen rein und los geht’s. Jetzt sieht die Eclipse wieder aus wie ein Auto. Zurück zum Hotel. Ich befreie meine Kofferraum nochmal vom Müll und geh aufs Zimmer. Jetzt wird’s ernst – ich sortiere meine Dinge – Glück gehabt, scheint alles zu passen. Kann alles mit nach Hause. Mach's gut SinCity!

10. Juni 2011

530Meilen auf der Bahn, ein Aluminiumfriedhof und lecker hausgemachte Mini-Burger zum Dinner bei Lynn“

Heute ist wieder ein Reisetag. Es geht von Las Vegas zurück nach Saratoga, das sind mehr als 500Meilen – werd wohl 10Stunden brauchen. Meine Kram hab ich ja schon gestern zusammengepackt – Gott sei Dank passt alles in die Reisetasche. Kurz nach sieben – nochmal ein kurzer Blick durch Hotelzimmer – verdammt, hätt beinah meinen Steckdosenadapter vergessen. TIP für die Reinigungsbrigade hab ich auch dagelassen – also runter zum auschecken – wenig Leute geht ganz schnell. Der nette Mann am Desk fragt noch, ob ich die Karte zum öffnen des Zimmers als Souvenir behalten möchte – klar, nehm ich mit. Jetzt alles ins Auto packen und dann ab auf die Bahn. Es geht zuerst Richtung L.A. - ist schon recht warm also fahr ich oben offen – mit Jacke allerdings. Es rollt gut – mit 70Meilen geht’s voran. Wieder durch die Mojave-Wüste – aber es ist ja noch früh, daher noch ertragbar. Ich nähere mich der Stadt Mojave – von weiten kann man schon die unzähligen Flugzeuge sehen, die hier abgestellt sind. Es ist ein Flugzeugfriedhof mitten in der Wüste – oder besser hier werden Maschinen, die im Moment nicht gebraucht werden zwischengelagert, bis man sie selbst oder Teile davon wieder benötigt. Für Fotos verlass ich die Bahn für einen Augenblick, zwei, drei Schnappschüsse müssen sein. Weiter! Ich mag diese riesigen Autobahnen hier nicht besonders. Es geht ewig geradeaus, dann die Wärme, man ermüdet so schnell. Also kurze Pause, die Beine vertreten – wieder los! Jetzt kommt ein kleinerer Highway – nur Einspurig in jede Richtung – besser! Viel Landwirtschaft – Zwiebeln, im Moment und das riecht man auch. Dann geht’s auf die Interstate 5 nach Norden und die ist gerammelt voll – das wird ja lustig. Am ersten Stau bin ich gerade noch vorbei geschrammt – ging kurz nach der Abfahrt los – Glück gehabt. Jetzt nervt mich dieser Verkehr richtig – nix mit dahingleiten. Hab die Schnauze voll und mach erstmal Mittag bei BK. Die kalte Dr.Pepper tut gut. Ich entscheide das Dach zuzumachen und die Klima anzuschmeißen – bleibt man fitter. Eine gute Entscheidung – ich klemme im Stau fest – und überall diese kleinen grünen Käfer, Massen. Wenn ich jetzt das Dach geöffnet – igitt – will gar nicht dran denken. Es wird einspurig – die bessern die Piste aus. Ist aber auch bitter notwendig, die Interstate 5 ist teilweise total zerbrochen, es fehlen Stücke, schlimm! Diese Straße ist aber auch endlich überstanden – es wird welliger, Querverbindung zur 101 – macht mehr Spaß zu fahren. Die Gegend ist wieder geprägt von Landwirtschaft. Immer wieder Stände, wo man die Frischen Sachen wie Aprikosen, Kirschen, Orangen und Erdbeeren kaufen kann – übrigens für einen Dollar pro Korb/Netz. Und, Freunde, Knoblauch hat gerade Saison – das riecht man mehr als deutlich. Für mich heißt das aber – es ist gleich geschafft – gleich bin ich am Walmart, dann sind es nur noch 30Meilen. Jetzt kommt das Highway Wirrwarr – ohne Navi wäre ich echt aufgeschmissen – ah da - Saratoga Av. - jetzt kann ich ohne Navi weiter – links, dann dreimal rechts und ich steh vor der Garage. Gepäck ausladen – kurzes Pläuschchen. Marylin hat einen schlimmen Zahn – machen wir Männer uns eben allein auf den Weg zu Lynn, der Tochter von Merylin und Gerald. Hier gibt’s zum Dinner hausgemachte Miniburger zum selbstbelegen – lecker – kann man einiges ausprobieren – schöne Idee. Ich bekomm auch einen Tipp für morgen – ein Automuseum mit echten Klassikern – gebongt. Wieder zurück schreib ich noch schnell meine Gedanken zum Tage nieder und sichere die Fotos. Jetzt ist's auch Zeit für die Heia. Nacht Kalifornien!

11. Juni 2011

rollende Skulpturen, lecker Lunch und endlich richtiges Internet“

Es ist achtuhrfünfzehn, ich wache auf, draußen blauer Himmel. Habe fast 11Stunden geschlafen – schön. Jetzt schnell fertig machen und zum Frühstück – Schinken, Ei, Toast und lecker warmer Kuchen. Nach dem Frühstück solls also ins Automuseum nach Blackhawk gehen – Gerald ruft schnell noch Kevin an, ob er mitkommen will, der sagt zu. Wir sammeln also Kevin zu Hause ein und machen uns zu dritt nach Blackhawk – eine sehr gediegene Gegend. Es ist ganz schön kühl, wenn ich da an Vegas denk. Wir schlenkern durch eine Passage, wo die Reichen ihre Kohle ausgeben können und erreichen das Museum. Moderner Bau – innen klassische Musik – die Ausstellungsräume ganz in schwarz. Wow und da stehen sie, Klassiker zwischen den 20ern und frühen 70ern – Maserati, Duisenberg, Aston Martin, Packard undundund – Wahnsinn. Nach einer ausgiebigen Runde und einigen tollen Schnappschüssen machen wir uns auf den Rückweg. Nicht ohne einen Zwischenstop bei „In-N-Out Burger“ - für mich das erste mal. Und hier tobt der Wahnsinn – wir kommen gar nicht auf den Parkplatz – Auto wird kurzerhand beim gegenüberliegenden Gemüsefritzen abgestellt. Was soll ich sagen – ein sehr übersichtliches Angebot im Burgerladen. Gibt nur Hamburger, Cheeseburger oder einen doppelten Cheeseburger – Fritten und Softdrink – klar. Aber, Leute, die Qualität ist der Hammer – nix TK-Ware – wird alles frisch gemacht – die schneiden hier sogar die Fritten selbst – LECKER! Dann geht’s satt nach Hause. Kevin geben wir bei einer Autowerkstatt ab – sein Jeep Cherokee wartet hier auf ihn – der hat schon über 200.000Meilen auf der Uhr und läuft, und läuft, und läuft – Respekt! Zu Hause angekommen, frag ich Gerald, ob ich sein WLAN nutzen kann. Kein Problem Zugangscode ist auf dem AT&T-Router – wie bei der guten alten Telekom. Wähl mich ein – klappt problemlos. Jetzt kümmer ich mich um meine Homepage, die Fotos und einige Updates – nur unterbrochen vom Dinner – einer leckeren Peperonipizza und mexicanischem Bier. Letzteres nuckle ich jetzt noch aus. Gute Nacht Saratoga!

12. Juni 2011

mein erstes Mail, dann zur Bibliothek und ein wundervolles Familiendinner“

Es ist achtuhrzwanzig, bin wach, dann flinke Füße – 10:30Uhr ist heut ein fixer Termin. Habe heut mein erstes Mal. Also unter die Dusche – anziehen, bissel was ordentlicheres – lange Hosen keine Shorts. Dann wieder so ein leckeres Frühstück. Diesmal mit Blaubeer-Pancakes, Ei (sunnysideup), gebratenem Speck und frisch geernteten Orangen – wieder lecker! Gegen 10Uhr geht’s dann los, bisschen geht mir die Düse – ist schließlich mein erstes Mal. Mit dem Tahoe, einige Blocks weiter, in die nicht sehr weit entfernte „Saratoga Federated Church“ - Ja, mein erster Gottesdienst steht an – dann gleich in englisch. Marylin und Gerald hatten mich tags zuvor gefragt, ob ich mitkommen möchte, da ich ja von Grund auf Neuem aufgeschlossen bin, hab ich zugesagt. Und jetzt steh ich hier im Vorraum der Kirche und werde „Hinz und Kunz“ vorgestellt – aber alle sind ganz nett. Es gibt noch ein Infoblatt mit dem Ablauf – dann rein. Oh Gott, bitte nicht ganz vor – okay Mitte – kann ich mit leben. Ich schau mich um – modernes Haus – allerlei Tonschnikschnak und zwei Videowände. Die Musiker spielen schon und der Chor trällert. Ganz schön großer Aufwand. Dann geht’s los – wir singen zwei Lieder – auf den Videowänden der Text – wie praktisch – versuche mich schadlos zu halten. Dann, für mich der Höhepunkt, eine Taufe – die ganze Familie, fünf Kiddies, Mama und Papa sind sichtlich aufgeregt. Ein bewegender Moment – auch für mich – irgendwie. Dann hält der Pastor seine Ansprache – Eltern, zu Hause, Familie, Glaube – sind so seine Themen – er macht das ganz locker – ganz witzig hier und da. Nun wird wieder geträllert. Fertig – hab's „überstanden“ - war halb so wild. Beim rausgehen wieder Smalltalk – ich werde wieder vorgestellt – ich treffe einen Arzt, der über sein Hilfsprojekt in Äthiopien berichtet – spannend und wichtig – die Leute sind dort so arm und brauchen Medikamente. Ein echt interessanter Vormittag für mich. Wieder nach Hause – bisschen Kekse, Chips und Kirschen, so als Mittagsersatz – hab keinen Hunger. Gerald fragt mich, ob ich mit zur Bibliothek kommen möchte – was Sonntags, denk ich, klar komm ich mit. Wahnsinn der Parkplatz ist fast voll. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus – in der Bibo ist ordentlich Betrieb. Schüler lernen, Studenten treffen sich in ihrer Studiengruppe, andere spielen Schach oder lesen eben. Sonntags! Bei und undenkbar. Gerald führt mich ein wenig rum. Hier gibt’s auch Hörbücher zu leihen aber nicht als CD, sondern in den Hüllen, die wie VHS-Hüllen aussehen, sind kleine MP3-Player. Die kann man mit nach Hause nehmen – Kopfhörer dran und los geht’s. Find ich gut – frag mich, ob das bei uns auch so ist – denke nicht. Hier gibt’s auch eine Ecke wo man seine gelesenen Magazine hinbringen kann und andere können schauen, ob sie was gebrauchen können – das gefällt mir. Wieder nach Hause - bissel abhängen und surfen. Gegen 17Uhr treffen so langsam die ersten Gäste ein – heute ist großes Familiendinner – für so was bin ich ja zu haben! Freu mich schon alle wieder zu sehen. Nur Shana kann nicht dabei sein – sie ist in Guatemala aber Wunder der Technik, wir skypen einige Minuten mit einander – auf deutsch – sie spricht erstaunlich gut. Sie erzählt, dass sie im Juli für zwei Wochen nach Heidelberg kommt, um deutsch zu lernen und wir uns treffen wollen – das bekommen wir hin denk ich. Kann ich ihr Dresden oder Leipzig zeigen, wenn sie mag. Nach und nach trudeln alle ein – Kiddies und Erwachsene – ein bunter Haufen. Zu essen gibt es Kasseler, ein wirklich leckeren Kartoffelauflauf, Salat, Obst und zum Abschluss einen Erdbeertorte – LECKER! Bin ich satt. Wir reden noch über dies und das – schön für mich zu lernen – die Kiddies baden im Jacuzzi – wir haben alle Spaß. Gegen acht verlassen und die Gäste, die Kids sind müde und Morgen ist ja Montag. Nun sitz ich bei einer Pepsi über meinem Reisetagebuch und der Tag klingt aus. Morgen, mein letzter ganzer Tag, ist San Fran fällig. Will mal auf eigene Faust auf Tour gehen – bissel fotografieren – Chinatown, the Pianted Ladys, Golden Gate Park usw. Schlaf schön Saratoga!

13. Juni 2011

die Perle an der Westküste, und Megastau auf dem Heimweg“

Achtuhrdreißig – bin munter – schnell fertig machen, dann Bett richten. Vor zum Frühstücken. Wieder lecker. Frisch gestärkt pack ich meinen Fotorucksack und mach mich allein auf nach San Francisco – sind mit dem Auto knapp 40Meilen. Hier in Saratoga ist es angenehm warm – also das Dach versenkt und ab auf die Bahn. Ich nehm die 280 nach Norden – auf der 101 sah es bei Google nicht so gut aus. War eine gute Entscheidung – es rollt. Circa 20Meilen vor San Francisco ist Schluss mit warmen Wetter – dichter Nebel drückt vom Pazifik rein – plötzlich ist arschkalt. Mist anhalten kann ich auf der Interstate nicht – also muss das Dach offen bleiben – die Heizung auf volle Pulle. Wenn das Wetter am Pier so bleibt – dann gute Nacht – hab ich einen blöden Tag erwischt. Doch so plötzlich wie der Nebel gekommen ist, ist er unten am Pier wieder verschwunden – hier ist wieder bestes Sommerwetter. Schön! Auto in die Parkgarage und auf zum Pier 39. Hier fällt mir spontan ein Bus ins Auge, der wie ein Cable Car aussieht – macht Stadtrundfahren für 20$ - dauert zwei Stunden. Mach ich doch – immer gut für einen Überblick. Der philippinische Fahrer „Ramon“ ist ein wahrer Entertainer – macht Spaß ihm zuzuhören. Wir klappern die wichtigsten Hotspots ab – einiges kenn ich ja schon – bin ja kein Frisco-Neuling. Bei den „Painted Ladys“ ein kurzer Halt – bekomm ich meine Fotos so – gut! Nach 2 Stunden und 15 Minuten – die Ösis haben beim Halt an der Golden Gate gebummelt – sind wir wieder am Pier 39. Schöne Rundfahrt – Ramon bekommt TIP von mir, war lustig! Ich mach mich auf zur Station der Cable Car – will zur Market Street und dann durch Chinatown und Little Italy zurück zum Hafen laufen. Auf dem Weg gibt schöne Fotomotive – sicher nicht das was andere Touris fotografieren – ich halt mich wieder an Treppen, Luftschächten, Hinterhöfen und Häuserwänden auf. Na ja alles andere kenn ich halt schon. Nach einer guten Stunde bin ich wieder am Pier. Es ist schon 16Uhr – Mist! - ich wollte 17Uhr zurück sein – schaff ich nie. Also flinke Füße und los Richtung San Jose. Aber nicht ohne einen Abstecher zur „DNA Lounge“, muss ich sehen. Ein berühmter EBM/Industrial und Goth Club in San Francisco – Auto schnell abgeparkt – zwei Fotos geschossen – weiter Richtung San Jose. Auf der 280 erlebe ich dann den Supergau – teilweise geht nix mehr – wenn dann höchstens mit 20Meilen die Stunde. Nach 18Uhr bin ich dann endlich in Saratoga – noch kurz an die Tanke – bissl was reinpullern – damit ich morgen bis zum Airport komme. Das Abendessen wartet schon auf mich – Kasseler und diese phantastische Kartoffel-Käse-Auflauf – war von gestern noch übrig. Und dazu wieder dieses süffige mexikanische Bierchen. Nach dem Abendessen reden wir noch über Krankenversicherung – im Moment ein heißes Eisen hier, Steuern und diverse andere Kosten in den USA und in Deutschland – interesant! Jetzt sitz ich bei einer Pepsi auf meinem Bett und schreibe mein Tagebucheintrag fertig. Morgen, am frühen Nachmittag geht’s dann Richtung Airport – zurück nach Le. Tschüß Saratoga!

14./15. Juni 2011

große Portionen, Abschied und ein stetig plärrender Kindergarten an Bord“

Dienstag Morgen – ich werde gegen 8Uhr wach. Schnell duschen, dann Kram zusammenpacken. So wie's aussieht geht alles in meine Reisetasche, auch diverse Geschenke – muss nix in Amerika bleiben – ja gut meine Treter im Hotelmüll in Vegas, die waren aber auch fertig. Dafür gibt’s ja auch drei Neue. Geschafft, passt alles in die Tasche – nix mit Zusatzgepäck, auch zollmäßig lieg ich unterm Limit – dann jetzt gemütlich frühstücken. Heute gibt es ein spicy Texmex-Ommlett, ein Röstie und Toast – wie immer lecker. Abflug in San Francisco ist erst gegen 18Uhr – muss ich erst gegen 14Uhr los – bleibt also noch Zeit zum bummeln. Meine „Gasteltern“ Marylin und Gerald fahren mit mir zu einem „Costco“. Ist so was wie die Metro bei uns – nur sind die Packungsgrößen noch abartiger. Wir schlendern durch – Whisky ist hier übrigens recht Preiswert – gängige Sorten die 1,75Liter Flasche für um die 28$. Dann entdecke ich einen 65Zoll HD 3D Flachbildfernseher, eine Amimarke, Brillen liegen da, kann man also mal testen – beeindruckend – nur man muss halt auch das Zimmer für 65Zoll haben. Das Ding kostet übrigens 2 ½ Tausend US-Dollar. Genug gestaunt – mit einem Zwischenstop in einem Supermarkt geht’s wieder nach Hause. Ich lese im iPad ein wenig deutsche Presse – Marylin zaubert an einem Mittagssnack. Es gibt Tortillas mit einer Chicken/Gemüse/Reis-Füllung und wer sich traut mit einigen Spritzern einer höllischen Pfeffersoße – natürlich alles zum selber basteln. Na ja und Früchte, Kuchen und ich steig jetzt um auf Wasser. Viel Wasser trinken soll bissel gegen den Jetlag helfen – mal sehen, ob's klappt. Noch ein wenig surfen und Smaltalk, dann ist es auch um zwei – nach einer Verabschiedung, mach ich mich dann los. Ist eine knappe Stunde mit dem Auto zum Flughafen, dann Mietwagen abgeben, CheckInn, Homeland Security, Sicherheitskontrolle - das dauert alles – da hab ich ein wenig mehr Zeit für eingeplant. Mietwagenabgabe ist völlig problemlos, CheckInn ist am andern Ende des Terminals – laufen – geht aber schnell. Dann lange warten bei der Homeland Security und Sicherheitskontrolle – in San Francisco gibt’s übrigens „Nacktscanner“ - musste aber nicht rein. Dann zum Gate und auf das Bording warten. Mir fällt hier schon auf, dass viele Eltern mit kleinen Kindern warten, wenn die alle mit nach Düsseldorf fliegen – mein Gott! Aber genau so ist es – die fliegen alle mit nach Deutschland. Der Flug wird keine wirkliche Entspannung – irgendwo plärrt immer eines der Kleinen. Beim Landeanflug ist es ganz schlimm – die Zwerge haben bestimmt Probleme mit dem Druckausgleich – keine Mama oder Papa hilft mit improvisiertem Nase putzen oder einem Bonbon – und zu guterletzt verteilt kurz nach der Landung eine kleine Mexikanerin ihr anverdautes Erdbeerjoghurt über Sitz und Teppich. Die Eltern werden ganz hektisch – ich denk mir – nur raus damit, wir sind doch da. Lohnt sich das sauber machen wenigstens. Jetzt einreisen – ich peile mal wieder fast als einziger, dass es für EU-Bürger eine extra Schalter gibt – schnall ran und Deutschland hat mich wieder. Dann Gepäck abholen – am vorletzten Band – dauert und dauert. Da ist die Tasche – am Ausgang ist kein Zöllner zu sehen – also durch den „Grünen“. Jetzt zum CheckInn für die Lufthansa – natürlich am anderen Ende des Terminal – hier ist nix klimatisiert – es sind gefühlte 40Grad in dem Bau. Am Automaten schnell einchecken – Gepäck abgeben – Sicherheitskontrolle. Mir läuft die Brühe. Natürlich bin ich wieder Kandidat für eine Sonderbehandlung. Von meinen elektrische Geräten und der Tasche werden umfangreiche Wischproben genommen. Prima, denk ich, wenn so ein Penner vor mir im Hotelzimmer gekokst hat, bin ich fällig – Blutdruck und Puls sollte man bei mir jetzt mal messen. Ist aber alles sauber, puh! Jetzt zum Gate ich muss mich auf'm Klo bissl frisch machen. Natürlich ist das Herrenklo in diesem Gate geschlossen – durchs Treppenhaus – endlich frisch machen. Jetzt sitz ich schon seit einer guten Stunde in einem Bistro und tippe mein Tagebuch und warte auf meinen Flug nach Leipzig.

 

Fortsetzung folgt ...


"und noch der Hüpfer nach L.E."

Siebzehnuhrdreißig, das einchecken beginnt pünktlich. Der Flug nach Leipzig ist komplett voll – bestimmt wieder eine CRJ – wird’s kuschlig drin. Hat ich doch Recht, mit dem Bus geht’s zu einer CRJ700. Pünktlich 18Uhr sind wir in der Luft. Der Hüpfer nach Leipzig dauert nur 45Minuten, sagt der Kapitän Rico Sasse – ja der heißt wirklich so – lustig! Es gibt einen raschen Service, bissl Schoki und was zu trinken. Die Flugbegleiterinnen sind gerade bei der Müllrunde, da geht’s schon wieder abwärts. Landung viertel vor sieben, dann mit dem Bus zum Terminal. Mein Koffer ist einer der ersten, schön! Draußen warten schon meine Eltern – jetzt geht’s wieder nach Hause. Hier gibt's noch ein leckeres Abendessen – und wir quatschen natürlich. Dann ruft irgendwann das Bett. Gute Nacht Leipzig!

16. Juni 2011

"noch ein Schlusswort"

Ein spannender, erlebnisreicher, heißer und vor allem wunderschöner Urlaub ist zu Ende. Hoffe alle, die hier im Reisetagebuch gelesen haben, hatten auch ihren Spaß. Ich komme wieder Amerika!