Der Campingvirus

Im Laufe seines Lebens kommen viele Interessen und Hobbys - manche bleiben, manche gehen wieder und ganz wenige streifen einen immer mal wieder. So ist es bei mir irgendwie mit dem Campingvirus. Angesteckt wurde ich da wohl von meinen Eltern. Als ich noch ein kleiner Steppke war, ging es im Sommer mit Sack & Pack auf die Campingplätze, ein 4-Personen - Zelt war da unser Zuhause. Diese Urlaube müssen mich irgendwie geprägt haben - wenn auch nur unterbewusst. Dann gab es eine große Campingpause, die bis Anfang der 90er dauern sollte. Die politische Wende und die damit verbundene Wiedervereinigung eröffnete dann ungeahnte Möglichkeiten - Wohnmobile. Zusammen mit einem Freund mieteten wir unser erstes Wohnmobil bei Karstadt Reisen. Ein Hymer Camp 55. Wir waren 14 Tage in Deutschland, Italien und Tschechien unterwegs und sammelten unsere ersten Erfahrungen mit einem rollenden Zuhause. Das waren unheimlich intensive und unvergessliche 2 Wochen - auch weil es der erste "große" Urlaub ohne Eltern war. Und weil es uns beiden so sehr gefallen hat - im darauffolgenden Jahr gleich nochmal - wieder mit einem Camp 55 von Karstadt. Dann kam wieder so eine Campingpause. Doch nach 8 Jahren ganz plötzlich und unheimlich spontan ein Campingwochenende mit Kollegen an der Ostsee - sehr spezielle drei Tage. Und, klar, der Campingvirus verschwand dann wieder - das Motorradfahren trat in den Vordergrund. Irgendwie kam zur Enduro dann wieder ein Zelt und eine Tour durch Sachsen. Das war 2004 oder so. Pause. Anfang vergangenen Jahr bin ich dann mehr durch Zufall über diese Kastenwagen "gestolpert". Ein eigenes Wohnmobil war eigentlich nie ein Thema - so ein eigener "Plattenbau" auf vier Rädern ist nur was für den Urlaub und daher in meinen Augen wirtschaftlicher Unsinn - ich druck die Scheine ja nicht selber. Aber ein kleiner Kastenwagen mit seinen 5meter40 scheint mir eine gewissen Alltagstauglichkeit zu besitzen. Die Motorradfahrerei hab ich vor 1 1/2 Jahren an den Nagel gehängt - die Gründe gehören nicht hierher aber das unterwegs sein fehlt mir irgendwie. Ich dachte ein schnelles Auto und hin und wieder mal eine Rennstrecke unter dem Hintern kann eine Ersatzbefriedigung für das fehlende Bike und das Fernweh sein. Denkste. Ich ertappe mich immer wieder bei dem Gedanken Kastenwagen. Recherchieren im Internet, Foren, Blogs und soger Messebesuche - ich meine mittlerweile einen recht guten Überblick über den Kastenwagenmarkt zu haben. Aber billig sind die Kästen eben auch nicht. Wenn dann soll es einer ohne viel Schnickschnack sein - Bett, Küche und Klo - das reicht mir eigentlich schon. Naja und dann landet man früher oder später bei Pössl, Clever & Co. Der Plan steht also - 2017 starte ich in die Reiserei mit eigenem Kasten - im Moment wirds wohl ein Roadcar 540 werden. Die Vorfreude ist da, klar. Jetzt wird der eine oder andere Euro bei Seite gelegt und in weniger als einem Jahr kann schon bestellt werden.

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